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Deponie-Pläne beunruhigen

Umweltausschuss in Eckernförde Deponie-Pläne beunruhigen

Auch die Stadt Eckernförde sieht sich betroffen von der geplanten Erweiterung der Bauschutt-Deponie in der Nachbargemeinde Gammelby. Nach einem Vortrag der Gammelbyer Bürgerinitiative (BI) „Deponie-Nie“ Montagabend im städtischen Umweltausschuss keimt Sorge auf.

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Die alte Deponie in Gammelby soll erweitert werden. Dagegen gibt es nicht nur vor Ort Widerstand. Die Pläne wurden jetzt im Eckernförder Umweltausschuss diskutiert.

Quelle: Rainer Krüger/Archiv

Eckernförde. Bürgermeister Jörg Sibbel benennt vor allem Belastungen durch den zu erwartenden Lkw-Verkehr und mögliche Auswirkungen auf den Tourismus als Folgen für das Ostseebad. „Das werden wir dem Kreis gegenüber artikulieren.“

 Ähnlich wie bei der Ausweisung von Windenergieflächen will die Stadt ihre Bedenken offensiv vertreten. In Sachen Windanlagen sind nach derzeitigem Stand die potenziellen Eignungsflächen südlich der Wilhelm-Lehmann-Straße und westlich des Windebyer Noores vom Land gestrichen worden. Der Standort südlich der Wilhelm-Lehmann-Straße sei zwar jetzt aus dem Stadtgebiet herausgenommen, aber immer noch etwas größer als die bisherige Planung, so Michael Packschies, Leiter der Abteilung für Naturschutz und Landschaftsplanung. Der Naturschutzbund Nabu sehe für den Vogelzug immer noch eine „gewisse Problematik“.

 In Gammelby plant die Unternehmensgruppe Glindemann, wie berichtet, eine Erweiterung der Bauschutt-Deponie. Dort sollen 20 Jahre lang insgesamt 430000 Kubikmeter verfüllt werden. Nach Angaben von Alexandra Florek, einer Sprecherin der Bürgerinitiative, würden 100 Lkw von Montag bis Sonnabend durch Fleckeby, Rieseby und auch Eckernförde fahren. Das bedeute zusammengerechnet fünf Stunden ununterbrochener Lärm. Besonders belastet wäre Gammelby selbst, da die Deponiefläche nur 260 Meter vom Dorfrand entfernt geplant sei. Florek: „Wir wollen keine neue Deponie, wir haben wirklich Sorge.“

 Denn schon mit dem sogenannten Polder I haben die Gammelbyer schlechte Erfahrungen gemacht. Der wurde noch unter dem Vorbesitzer betrieben, der Nath-Recycling Gmbh, gegen die ein Insolvenzverfahren läuft.

 Die Abdichtung sei fraglich, so Florek. Es gebe ein Sickerauffangbecken, aber das liege seit Jahren trocken. Ralf-Dieter Beck, Fachleiter Bodenschutz und Abfall beim Kreis Rendsburg-Eckernförde, bestätigte in der Sitzung, dass Wasser versickert. „Das war so nicht geplant, der Zustand ist so nicht okay.“ Er erklärte allerdings auch, dass aktuell keine Schädigung der oberen Grundwasserleiter nachweisbar sei, der Kreis als Wasserbehörde deshalb zurzeit nicht einschreiten könne.

 Sollte es zu einer Verunreinigung von Grundwasser kommen, wäre möglicherweise auch Eckernförde betroffen. Nach Angaben von Packschies sei es denkbar, dass Grundwasser aus Richtung Kosel auf Eckernförde zuströmt. „Es geht auch um unser Wassergebiet“, konstatierte der Ausschussvorsitzende Edgar Meyn (Grüne). Auch die BI bleibt mit Blick auf die Alt-Deponie skeptisch. „Wir fragen uns, wo die Protokolle für das Abführen von Sickerwasser sind, was dort wirklich abgelagert wurde und wie nach unten hin abgedichtet wurde“, sagte Florek. Ihr Fazit: „Eine Rettung heißt nicht, dass noch mehr drauf geschüttet wird.“

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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