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Seriöse Pläne oder Unsinn?

Stadthalle Eckernförde Seriöse Pläne oder Unsinn?

Den Abriss der maroden Stadthalle und Neubau eines Hotels auf dem Gelände soll ein Investor in Aussicht gestellt haben. Der ehemalige Ratsherr Reinhard Jentzsch präsentierte jetzt die Pläne. Touristikchef Stefan Borgmann und Bürgermeister Jörg Sibbel meldeten Zweifel an.

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So stellt sich ein namentlich nicht bekannter Investor eine Veranstaltungshalle mit Hotel auf dem Gelände der maroden Stadthalle in Eckernfördes Innenstadt vor.

Quelle: hfr

Eckernförde. Der eine verspricht „absolute Seriosität“, andere hingegen reden von „Taschenspielertricks“ und „totalem Unsinn“. Reinhard Jentzsch, ehemaliger Ratsherr des Bürger-Forums, ist jetzt mit der Ankündigung an die Öffentlichkeit gegangen, einen Investor gefunden zu haben, der bereit ist, die sanierungsbedürftige Eckernförder Stadthalle für einen Euro zu erwerben, sie anschließend abzureißen und einen Neubau zu errichten, der im Erdgeschoss eine Veranstaltungshalle samt Gastronomie und darüber 50 Hotelzimmer sowie acht Penthouse-Wohnungen beinhalten soll.

 Die ersten vorgelegten Entwürfe eines namentlich nicht genannten Architekten vermitteln ein wenig den Eindruck eines Märchenschlosses. Doch ob – wie in einem Märchen – auch wirklich ein Investor sein Füllhorn über Eckernförde ausschütten will, wird von offizieller Seite stark bezweifelt. „Das hat weder Hand noch Fuß“, meint Touristikchef Stefan Borgmann, der in der vergangenen Woche an einem ersten Gespräch in dieser Sache mit einem Projektplaner im Rathaus beteiligt war. Neben ihm und Vertretern der Verwaltung habe auch der Bauausschussvorsitzende Matthias Huber (Bürger-Forum) teilgenommen. Als man dem Projektplaner die Gesamtproblematik des Bauvorhabens unterbreitet habe, sei das Gespräch relativ schnell zu Ende gewesen, sagte Borgmann auf Nachfrage. Für ihn sei das Ganze „totaler Unsinn“ und „keine sinnvolle Alternative, über die man auch nur ansatzweise nachdenken sollte“. Der Touristikchef hegt die Vermutung, dass man seitens des Bürger-Forums mit allen Mitteln, die „dringend erforderliche Sanierung der Stadthalle“ zu verhindern versuche. Die von dem Planer genannten Details hätten keinerlei Projektreife gehabt. Im Gegenteil. Auf Fragen, wo denn die Touristik und die Stadtbücherei künftig Platz finden sollten, habe man keine Antworten erhalten. In dem Neubau zumindest nicht.

 Auch Eckernfördes Bürgermeister Jörg Sibbel, der nicht selbst an dem Gespräch teilnahm, sich über den Verlauf aber informieren ließ, äußerte Bedenken. Man kenne weder die beteiligten Personen, noch verfüge man über entsprechende Referenzen. Der Verwaltungschef spricht von „Taschenspielertricks“. Er stellt die Frage, wo denn die Nutzer der Stadthalle wie die Konzertreihe, die Theatergemeinschaft oder Green Screen für die Zeit eines Neubaus hin sollten. Auch habe man Bedenken hinsichtlich der Höhe eines solchen Baus.

 Reinhard Jentzsch, der momentan weder den Namen des Architekten noch den des besagten Investors nennen möchte, versichert, dass alles absolut seriös sei. Er kündigte für die nächste Zeit weitergehende Gespräche an, an denen Mitglieder aller in der Ratsversammlung vertretenden Parteien beteiligt werden sollten. Auf die Verwaltung allein wolle man sich nicht verlassen. Man habe ja bei den Verhandlungen mit der Bahn über den Ankauf des Bahnhofs gesehen, was dabei herausgekommen sei, sagte Jentzsch.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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