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Chor aus 500 Stimmen

Ascheffel Chor aus 500 Stimmen

Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er am zweiten Juli-Sonnabend auf den Aschberg. Denn wo sonst kann man im Sommer mit Gleichgesinnten und guter musikalischer Unterstützung unter freiem Himmel aus voller Kehle Volkslieder singen? Rund 500 Besucher strömten zu diesem Zweck auf die Globetrotter-Tribüne des Hügels und ließen zum vierten Mal unter der Leitung des Gettorfer Pastors Frank Boysen zahlreiche bekannte Weisen aufleben.

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Froh zu sein, bedarf es wenig: Rund 500 menschliche Besucher aus Nah und Fern und auch einige tierische Gäste nahmen am Wochenende am Aschberg-Singen teil.

Quelle: Birgit Johann

Ascheffel. „Ich finde es gut, wieder die Lieder zu singen, die ich noch aus meiner Schulzeit kenne. Schon unter Frank Boysens Vorgänger Jochen Senft bin ich gern hierher gekommen“, sagte der Ascheffeler Wolfgang Künstler. Er plädiere dafür, die Tribüne noch auszuweiten.

Auch rund 100 Personen aus Gettorf, dem Dänischen Wohld und Kiel befanden sich im Publikum, das ja gleichzeitig die Schar der Akteure darstellte. Gemeinsam stimmte man Auf, du junger Wandersmann!, Alle Vögel sind schon da, Wohlauf in Gottes schöne Welt und Jetzt fahrn wir übern See an. Der Jäger aus Kurpfalz fehlte ebenfalls nicht. Wer ihm nichts abgewinnen konnte, weil er die Jägerei gar nicht lustig findet, freute sich besonders über den ängstlichen Waidmann, der während der Dämmerung „längs dem Weiher ging“ und schließlich vor einem Häschen davonrannte („Lauf Jäger, lauf Jäger, lauf...“).

Da der Wortlaut meist in Jochen Senfts blauem Heft „Wunschlied“ zu finden war, war das Mitsingen auch für chronische Textvergesser kein Problem. Boysen will das Heft bald neu auflegen lassen.

Der Wiedererkennungseffekt, das Gemeinschaftsgefühl und die Freiluft-Atmosphäre sind nicht die einzigen Zauber dieser Veranstaltung. Mit ihrer frischen, humorigen Art und der unverkennbaren Leidenschaft für Gesang und Musik schaffen Boysen und seine beiden stimmlichen Begleiterinnen, Ehefrau Birte und die Neumünsteranerin Rike Früchtenicht, es jedes Mal, Volkslieder aus der verstaubten Ecke zu holen. Genau das wollen sie. Als Erwachsener sollte man der Jugend vorleben, dass Glück keine Ware sei, appellierte der Pastor. „Darum haben wir das Tempo der Lieder etwas erhöht.“ Das müsse sein, wenn man auch Jüngere ansprechen wolle. Und es fehlten ja nicht die besinnlichen Momente: Adé nun zur guten Nacht hieß es am Ende, diesmal begleitet von Posaunen und einer Trompete.

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