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So wohnen die Flüchtlinge

Altkreis Eckernförde So wohnen die Flüchtlinge

Die Unterbringung der wird im Altkreis Eckernförde unterschiedlich bewältigt. Während die Lage in der Stadt Eckernförde entspannt ist, hat die Gemeinde Altenholz massive Probleme. Im Amt Dänischer Wohld gilt das Flüchtlingsheim des Amtes Dänischer Wohld eher als Notnagel.

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Baubesprechung vor dem Flüchtlingsheim in Schinkelerhütten: Amtsdirektor Matthias Meins (2. von rechts) und Ordnungsamtsleiterin Nina Michaely informieren sich bei Tischlermeister Christoph Arp, Architekt Matthias Wohlenberg und Bauhandwerker Harald Roppel (von links) über den Stand der Sanierungsarbeiten.

Quelle: Jan Torben Budde

Altkreis Eckernförde. Altkreis Eckernförde. Die Unterbringung der angekündigten Flüchtlinge wird im Altkreis Eckernförde unterschiedlich bewältigt. Während die Lage in der Stadt Eckernförde entspannt ist, hat die Gemeinde Altenholz massive Probleme. Im Amt Dänischer Wohld gilt das Flüchtlingsheim des Amtes Dänischer Wohld eher als Notnagel.

 Grund dafür ist nicht nur der abgelegene Standort. „Das Gebäude ist verwohnt“, sagt Amtsdirektor Matthias Meins und verweist gleichzeitig auf die hohen Betriebskosten für das alte Gebäude in Schinkelerhütten. Da das Gebäude aufgrund der zunehmenden Zahl an Asylbewerbern noch benötigt werde, investiert das Amt jetzt in die sanitären Anlagen. „Die stammen von 1984 und entsprechen nicht mehr dem aktuellen Standard“, sagt Meins. Nach seinen Worten bewilligte der Amtsausschuss daher für die Sanierungsarbeiten 45000 Euro.

 Die Handwerker sind seit Pfingsten im Haus. Nach Einschätzung des Eckernförder Architekten Matthias Wohlenberg dauern die Arbeiten etwa vier Wochen. „Es wird gerade die Sohle aufgestemmt“, berichtet der vom Amt beauftragte Planer bei einer Baubesprechung, weil die Leitungen erneuert werden. Toiletten werden saniert, es gibt eine zusätzliche Dusche. Allerdings will Meins die Investition nicht als falsches Signal verstanden wissen. Weder das Herz der Kommunalpolitik noch der Verwaltung hänge an der Unterkunft, die inklusive dreier Wohnungen Platz für etwa 30 Personen biete. „Der Standort wird einfach benötigt“, stellt der Jurist klar. Und: Das Gebäude sei zwar alt, aber nicht marode.

 84 Asylbewerber beherbergt das Amt Dänischer Wohld momentan. Doch die Ungewissheit ist groß. „Wir wissen nicht genau, wie sich die Zahlen weiter entwickeln“, so Meins. Er rechnet für dieses Jahr mit insgesamt 170 bis 180 Flüchtlingen, die vom Kreis Rendsburg-Eckernförde zugewiesen werden. „Wir wissen aber nicht, wie sich die Prognosen noch entwickeln“, so der Amtsdirektor. Im Flüchtlingsheim in Schinkelerhütten befinden sich nach seiner Aussage zurzeit keine Asylbewerber, sie wohnen in anderen Unterkünften. Das Amt habe daher mittlerweile 18 Wohnungen vor allem in Gettorf, aber auch in Osdorf und Lindau angemietet. Hinzu kommt ein ehemaliger Supermarkt am Karl-Kolbe-Platz, der zur Unterbringung von Flüchtlingen (35 Plätze) erst kürzlich umgebaut wurde. „Dort befinden sich zurzeit zwölf Flüchtlinge“, so Meins.

 Altenholz: In der Gemeinde gibt es massive Probleme, alle der 76 für 2015 angekündigten neuen Asylbewerber unterzubringen. „Nur für 56 Menschen reicht der zur Verfügung stehende Wohnraum aus“, hatte Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) vor kurzem vor dem Sozialausschuss verkündet. 36 Flüchtlinge sind bereits in den ersten vier Monaten 2015 eingetroffen. 50 Menschen, deren Asylverfahren nicht abgeschlossen ist, leben derzeit im Ortsteil Stift. Geprüft wird jetzt, ob man das Angebot eines Unternehmers im Ortsteil Klausdorf annimmt, eine Unterkunft für 28 Einzelpersonen zu bauen. Er würde das Gebäude für mindestens zehn Jahre an die Gemeinde vermieten. Die Räume könnten später als Büros genutzt werden. Von der Möglichkeit, Asylbewerber in Wohncontainern in Stift unterzubringen, haben die Kommunalpolitiker wieder Abstand genommen. Geplant ist außerdem, eine hauptamtliche Vollzeitstelle für die Betreuung einzurichten. Die vielen Ehrenamtlichen des Freundeskreises Asyl sind laut Ehrich „an der Grenze ihrer Belastbarkeit“.

 Amt Dänischenhagen: Das Amt kann neue Flüchtlinge schon jetzt nicht mehr unterbringen. Alle zur Verfügung stehenden Wohnungen sind durch die 51 Asylsuchenden, die momentan im Amtsgebiet leben, belegt. Schon mehrfach startete die Verwaltung Aufrufe, um mehr privaten Wohnraum anzumieten. „Es gibt aktuell Gespräche, aber noch keine festen Perspektiven“, bestätigt Mitarbeiterin Svenja Marquardt. Für 2015 waren dem Amt mit seinen vier Gemeinden 32 neue Asylsuchende angekündigt worden, Tatsächlich beträgt die Quote für jetzt aber 62. Zehn Personen sind erst eingetroffen. Der Kreis Rendsburg-Eckernförde nimmt 2015 1800 Flüchtlinge auf. Ende 2014 war diese Zahl noch auf 900 beziffert worden.

 Eckernförde: Besser sieht es in der Stadt aus. „Mit Wohnungen für Flüchtlinge sind wir derzeit ausreichend versorgt“, sagt Andrea Maué vom Sozialamt. Vor allem über private Vermieter und über Wohnungsunternehmen wie das GWU konnte bislang Wohnraum angemietet werden. „Da gibt es eine gute Kooperation“, so Maué.

 Weitere Zuweisungen stehen allerdings noch aus. Bisher sind 43 Asylbewerber in Eckernförde untergebracht. 160 sind für dieses Jahr avisiert. Die Betreuung stellt die Stadt derzeit über eigene Kräfte der Verwaltung und eine ehrenamtliche Willkommens-Gruppe sicher. Zusätzliche Maßnahmen sind in Vorbereitung.

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