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Unterkunft für Flüchtlinge

Gettorf Unterkunft für Flüchtlinge

Annähernd 250 Gettorfer begrüßte Bürgermeister Jürgen Baasch (SPD) am Montag zu einer Einwohnerversammlung. Die Zahl derjenigen Menschen, über deren Unterbringung und Integration an diesem Abend informiert wurde, liegt allerdings deutlich höher. Bis Ende Dezember muss das Amt Dänischer Wohld voraussichtlich noch 178 Asylbewerber aufnehmen.

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Der Saal des Hotels Stadt Hamburg platzte aus allen Nähten, als am Montagabend über die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen informiert und diskutiert wurde.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Gettorf. Damit würde sich dann die Zahl der in diesem Jahr zugewiesenen Flüchtlinge auf 318 erhöhen.

Wie Amtsdirektor Matthias Meins und die Fachbereichsleiterin für Ordnungswesen, Nina Michaely, mitteilten, wohnen im Amtsbereich aktuell 179 Flüchtlinge. Untergebracht sind sie in Sammelunterkünften und in 29 angemieteten Wohnungen. Dass dem Wohnungsmarkt dadurch preiswerter Mietwohnraum entzogen werde, trifft laut Meins nur bedingt zu. „Mehrere der an uns vermieteten Wohnungen wurden auf dem Markt gar nicht angeboten, weil sie zum Beispiel nur von Monteuren genutzt wurden“, so der Amtsdirektor.

Fakt ist: Es werden dringend weitere Unterbringungsmöglichkeiten benötigt, und den Luxus, wählerisch zu sein, kann man sich nicht mehr leisten. „Auch wenn die Luft dünner wird: Wir können gegenüber dem Kreis nicht sagen, dass wir keine weiteren Flüchtlinge mehr aufnehmen“, sagte Matthias Meins. Er bestätigte, dass die Pavillonklassen auf dem Gelände des Schulzentrums bis Mitte Dezember freigemacht werden sollen, um dort rund 100 Flüchtlinge unterzubringen. „Wir hatten ohnehin vor, dass Provisorium mit den Containerklassen zu beenden. Jetzt ziehen wir diese Maßnahme einfach vor“, erläuterte Schulverbandsvorsteher Hans-Ulrich Frank (CDU). „Keine Klasse der Isarnwohld-Schule wird ausweichen müssen, und es wird deswegen auch keine Unterrichtsstunde ausfallen“, versicherte er. Hans-Ulrich Frank und Matthias Meins waren sich einig, dass dies keine optimale Lösung sei, „aber allemal besser, als wenn wir Turnhallen mit Flüchtlingen belegen müssten“.

Bei der Suche nach neuen Quartierten für Asylbewerber hat das Amt seit längerer Zeit auch den leer stehenden Altenheim-Altbau am Hainweg im Visier. Doch nach aktuellem Stand könne auf diese Immobilie vorerst wohl nicht zurückgegriffen werden, bedauerte Matthias Meins die bisher erfolglosen Verhandlungen mit dem Eigentümer, der Brücke Rendsburg-Eckernförde. Bürgermeister Jürgen Baasch zeigte sich sichtlich enttäuscht und verärgert.

Eine menschenwürdige Unterbringung der Flüchtige ist die erste, die Integration dieser Menschen die zweite große Herausforderung. Amtsvorsteher Kurt Arndt (SPD) lobte in diesem Zusammenhang das ehrenamtliche Engagement des auf 60 Aktive angewachsenen Flüchtlingsbeirats. Der starke Beifall im Saal zeigte, wie die Gettorfer dieses Engagement wertschätzen. Beiratssprecher Christian Albrecht Schnarke und Heidi Siegmon, die Deutschkurse für Asylbewerber anbietet, erläuterten, was Flüchtlingspaten leisten, und warben um weitere Mitstreiter. Das Willkommenscafé in der Unterkunft Bergstraße, das das nächste Mal am 4. November um 16 Uhr seine Türen öffnet, ist laut Schnarke eine gute Gelegenheit, mit den Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen und auf diese Weise eventuelle Vorurteile abzubauen.

Aus polizeilicher Sicht bereiten die gestiegenen Asylbewerber-Zuweisungen bisher keine Probleme. „Es gibt bisher kaum mehr Einsätze, und Gravierendes ist nicht dabei“, sagte Sönke Bahr, Leiter der Polizeistation Gettorf. Zurückzuführen ist dies seiner Einschätzung nach auf die „wirklich gute Arbeit der Verwaltung und des Flüchtlingsbeirats“ sowie die Tatsache, dass es in Gettorf und Umgebung keine riesigen Sammelunterkünfte gibt.

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Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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