23 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Barrierefreies Segeln nimmt Fahrt auf

Groß Wittensee Barrierefreies Segeln nimmt Fahrt auf

Auf einer Segeljolle mitzufahren, ist für viele Kinder und Jugendliche eine aufregende Sache. Der „Wassersportclub am Wittensee“ (WSCW) und der Borgstedter Verein „Meer bewegen“ ermöglichten dieses Erlebnis zahlreichen Mädchen und Jungs – ganz gleich, ob mit Behinderungen oder ohne.

Voriger Artikel
Jako zieht es nach Kambodscha
Nächster Artikel
Nächtlicher Ölunfall im Hafen

Gleich geht es los! Segler Eike Ketzler (rechts), Vorsitzender des Vereins „Meer bewegen“ mit seiner Crew, die für diesen Törn auf dem Wittensee aus den Geschwistern Nick, Tom und Natalie Reimers (von rechts) besteht und erstmals in einem Segelboot sitzt. Trotz Behinderung kann Tom in der speziell ausgestatteten „White Pear“ problemlos mitfahren.

Quelle: Birgit Johann

Groß Wittensee.  Nicole, Udo und Ann-Kesia sind mit ihren Eltern und der Lebenshilfe Dithmarschen da. Tom hat auch seine Geschwister Nick und Natalie dabei. Das Trio blickt seinem ersten Törn über den Wittensee gespannt und mit Vorfreude entgegen. Tom allerdings, der sich nur eingeschränkt bewegen kann, ist zwar ungeduldig, weiß aber gleichzeitig nicht so recht, ob er den schwankenden Planken wirklich trauen kann. Einfühlsam hilft Eike Ketzler dem Jungen auf einen der beiden bequemen Kunststoffsitze der „White Pearl“. Alles in Ordnung. Das Boot des Typs „RS Venture“ ist speziell für die Teilnahme behinderter Segler barrierefrei ausgebaut und lässt sich per Joystick ohne Positionswechsel steuern.

 Eine längere Geschichte, und dies ist eines ihrer erfolgreichsten Kapitel. Ketzler und sein Freund und Studienkollege Thomas Preuhsler haben sie zusammen geschrieben. Die beiden Schiffsmechaniker und Nautiker haben bereits vor sieben Jahren damit begonnen. Aus der Idee, ein barrierefreies Segelboot zu bauen, das unter Betreuung auch Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen nutzen können, wurde schließlich der Kauf der britischen Venture. Sie besaß bereits die meisten der Vorzüge, die Preuhsler und Ketzler für solch eine Jolle vorgesehen hatten. Auf dem Gelände der Astrid-Lindgren-Schule in Meldorf wurde sie am 20. Mai auf „White Pearl“ getauft. Eine ungewöhnliche Aktion, veranlasst von den „Rainbow Pirates“. Wer jetzt vermutet, dass dahinter wieder Ketzler und Preuhsler stecken, liegt richtig. Als edle Ritter der See haben sie bereits im Januar in Borgstedt mit anderen den Verein „Meer bewegen“ gegründet. Sein Ziel: Die Erfahrung, auf dem Wasser zu sein und sich mit den Elementen zu arrangieren – kurz, die Breitensportart Segeln – auch Menschen mit Behinderungen zugänglich zu machen.

 Ketzler ist Vorsitzender, Preuhsler sein Stellvertreter. Da Preuhsler auch zweiter WSCW-Chef ist, war der Draht zwischen beiden Organisationen schnell hergestellt. „Meer bewegen” darf nun Steg und Gelände des WSCW mitbenutzen, und am Sonnabend feierte man erstmals gemeinsam ein inklusives Sommerfest. Angeschlossen hatten sich auch die Kanuten des Ecksen Eckspresses mit ihrem großen Drachenboot. Denn auch diese rund ein Jahr junge Sparte des Kieler Freiherr-vom-Stein-Yachtclubs freut sich darüber, von der WSCW-Anlage aus in den See stechen zu dürfen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3