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Verschuldung steigt rasant

Altenholz Verschuldung steigt rasant

Große finanzielle und kleinere alltägliche Sorgen: Darum ging es in der Altenholzer Einwohnerversammlung am Mittwoch. Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) bereitete die Bürger darauf vor, dass die Schulden der Gemeinde bis 2018 um mehr als die Hälfte steigen werden.

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Im oberen Teil der Klausdorfer Straße herrscht viel Verkehr. Anders als im unteren Teil gilt hier Tempo 50.

Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

Altenholz. Das ist schon etwas Besonderes: Viermal im Jahr lädt Altenholz die Einwohner ein und stellt die Themen der nächsten Gemeindevertretersitzung vor. Manche Kommune schafft das nicht einmal pro Jahr. Ein Thema war diesmal die finanzielle Entwicklung in Altenholz, die große Sorgen bereitet. Die Verschuldung, die 2014 auf 9,5 Millionen Euro gesunken war, wird Ende des Jahres bei 12 Millionen Euro liegen, 2018 bei 16,1 Millionen Euro, erklärte der Bürgermeister.

Eine wichtige Ursache: Die Gemeinde investiert in den Bau von zwei neuen Kindergärten. 4,1 Millionen Euro kosten die Projekte in Klausdorf und in Stift zusammen. Mehr Plätze, mehr Betreuungsstunden: Auch das wird sich im Haushalt der Gemeinde niederschlagen: „Wir zahlen mindestens die Hälfte, eher sogar 55 bis 60 Prozent der Betriebskosten“, erklärte Ehrich. Weil die Einnahmen nicht entsprechend steigen, müsse man „schnell das Ruder herumreißen, sonst droht eine prekäre finanzielle Entwicklung“, warnte er.

Doch wo soll man ansetzen? Schließlich geht es fast ausschließlich um Pflichtaufgaben; die freiwilligen Leistungen hat Altenholz schon erheblich eingeschränkt. „Man könnte noch an der Steuerschraube drehen“, sagte Ehrich. Die Entwicklung, die viele Gemeinden trifft, sei auch ein Thema für Land und Bund: „Wenn nicht mehr Geld von außen reinkommt, gelingt Altenholz kein ausgeglichener Haushalt.“ Allein für Kreditzinsen und Tilgung zahlt die Gemeinde 800000 Euro pro Jahr, 2017 werden es 1,3 Millionen sein. Geld, mit dem man besseres anfangen könnte.

Zum Beispiel Radwege reparieren: Ein Einwohner wies darauf hin, dass Baumwurzeln, die den Asphalt aufbrechen, Radlern in der Altenholzer Straße die Fahrt erschweren. Zumindest für einen Abschnitt sei im Haushalt Geld eingeplant, erklärte Ehrich: „Wenn es nicht noch eingespart wird.“

Der Schulbus soll in der Klausdorfer Straße vor der Claus-Rixen-Schule nach Bauarbeiten nicht mehr in der Extrabucht, sondern direkt auf der Straße halten. Anwohner fürchteten, dass dadurch Chaos drohe. „Wir werden alles für einen übersichtlichen Bereich tun“, versprach Ehrich. Ein Anwohner wies darauf hin, dass auch Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen, mit „provokanter“ Fahrweise zur Unübersichtlichkeit beitrügen. Ein Stifter Anwohner, der den Bringverkehr kritisierte, sprach sogar von Pöbeleien.

Im oberen Bereich der Klausdorfer Straße, wo Tempo 50 gilt, sei es oft schwer, aus der Auffahrt auf die Straße zu gelangen, beschrieb ein Anwohner. Er forderte dort ein Halteverbot. Carlo Ehrich nahm die Anregung, dort Tempo 30 zu schaffen „mit in den Bauausschuss“.

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Ein Artikel von
Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Redaktion Lokales Kiel/SH

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