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Viele Ideen für altes HaGe-Gelände

Workshop in Revensdorf Viele Ideen für altes HaGe-Gelände

Der 27 Meter hohe Turm der Hauptgenossenschaft Nord ist seit Jahrzehnten das Wahrzeichen Revensdorfs. Ende 2015 gab die HaGe ihre Außenstelle im Lindauer Ortsteil auf. Wie soll sich das 11.000 Quadratmeter große Gelände baulich entwickeln? Auf Einladung der CDU wurden jetzt Ideen gesammelt.

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Gerda Bergmann saß früher für die CDU, Hans-Christian Rohlfs für die SPD in der Lindauer Gemeindevertretung. Beide haben viele Erinnerungen an das HaGe-Gelände an der Raiffeisenstraße.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Lindau. „Ein Kaufmannsladen wäre nicht schlecht“, sinniert Gerda Bergmann, als sie sich am Mittwochabend gemeinsam mit vielen anderen Revensdorfern einer von CDU-Chef und Bürgermeister Jens Krabbenhöft organisierten Führung durch den seit bald einem Jahr leerstehenden Gebäudekomplex anschließt. Noch gut erinnert sich die frühere CDU-Gemeindevertreterin an den 31. Mai 2002, als der mit 400 Tonnen Raps gefüllte Silo in Brand geriet. Als damalige DRK-Vorsitzende versorgte sie gemeinsam mit anderen Helferinnen die bis zur Erschöpfung arbeitenden Feuerwehrleute mit Brötchen und Kaffee.

 Auch bei Heinz Krabbenhöft werden Erinnerungen wach. Im sogenannten schwarzen Schuppen, der vor der Übernahme durch die HaGe eine Zuckerrüben-Trocknungsgenossenschaft beherbergte, gründete sein Onkel Franz im September 1945 eine Schlosserei und legte damit den Grundstein für die Sanitär- und Heizungsbaufirma, die jetzt in dritter Generation von Heinz Krabbenhöfts Sohn Ralf geführt wird.

 Zeitsprung. Im April 2016 sind sich die Fraktionen von CDU, FWGL und SPD einig: Um das Heft des Handelns in der Hand zu behalten, soll das Areal der HaGe von der Gemeinde übernommen und überplant werden. „Es geht hier auch um ein Gesamtkonzept für den innerörtlichen Bereich“, so CDU-Fraktionssprecher Arno Gravert. Mit dem Votum der Gemeindevertretung im Rücken wird nach Auskunft von Jens Krabbenhöft mit der Landesplanung gesprochen und mit der HaGe verhandelt. Ein vorsorglich erstelltes Bodengutachten fällt ganz im Sinne aller Beteiligten aus: kein Befund. Die Gemeinde kann sich schließlich gegen mehrere Mitbewerber durchsetzen. Am 27. Juni wird der Kaufvertrag unterzeichnet. Der Kaufpreis, mehr wird am Mittwochabend nicht verraten, liegt im sechsstelligen Bereich – „im ersten Viertel von sechsstellig“, wie der Bürgermeister auf hartnäckiges Nachfragen im gut gefüllten „Santorini“-Saal verrät. Fragen gibt es viele. Ob Kinder wie der zwölfjährige Lasse („Ich wünsche mir eine Paintball-Anlage“) oder Ruheständler wie Henning Peters – er war bis zu seinem Renteneintritt vor zehn Jahren Leiter der HaGe-Außenstelle: Den Revensdofern ist es nicht egal, was aus dem ehemaligen Landhandel wird. „Was würde der Abriss kosten?“, möchte ein Besucher wissen. „Etwa 150.000 Euro“, verrät Finanzausschussvorsitzender Jens Fröhlich (CDU), der die Veranstaltung gemeinsam mit Arno Gravert moderiert. In welchem Zeitrahmen soll die Planung abgeschlossen sein? Fröhlich und Gravert sind sich einig: „So schnell wie möglich. Wir wollen hier keine Brache.“

 Auf Kärtchen, die auf den Tischen liegen, kann notiert werden, was als Nachfolgelösung für das HaGe-Gelände gewünscht wird. Wohnen kombiniert mit sanftem Gewerbe, seniorengerechtes Wohnen und ein Höker – das sind Begriffe, die mehrfach aufgeschrieben werden. Auch für eine Freizeitnutzung gibt es Ideen: Reithalle, Freibad, Skaterbahn, Spielplatz (auch Indoor), Sporthalle, Hundeauslauf, Minigolf, Kletterturm. Und was ist tabu? Windkraft, lautes Gewerbe, hohe Gebäude, Tankstelle, Durchgangsstraße, Disko oder Fischfabrik sollen es nicht sein.

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Burkhard Kitzelmann
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