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Voller Ehrgeiz bis zum Gold

Eckernförde Voller Ehrgeiz bis zum Gold

Sie laufen, sie springen, sie werfen und sie schwimmen. Sie geben alles für ihr ganz persönlich gestecktes Ziel: das Deutsche Sportabzeichen.

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Unter den Augen von Mutter Inka Fehrle (im Hintergrund mit Prüfer Peter Neitzel) spurten Lisa (9), Thore (6) und Emma (10, von links) über die Bahn.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Auch in diesem Jahr bietet der Eckernförder MTV wieder Prüfungstermine an. An jedem ersten und dritten Montag eines Monats wird ab 18 Uhr auf dem Gudewerdt-Sportplatz für die Abnahme trainiert.

 Kurt Radke wirkt schon auf den ersten Blick durchtrainiert. Kein Gramm Fett am Körper, dafür aber jede Menge Muskeln. Der Riesebyer ist 66 Jahre alt. Wie oft er bereits die Disziplinen für das Sportabzeichen absolviert hat, vermag er nicht so genau zu sagen. „Früher war das Laufen meine stärkste Disziplin“, erzählt er, als er sich an die Startlinie für den 3000-Meter-Lauf begibt. Siebeneinhalb Runden bei sommerlicher Hitze muss er in maximal 19 Minuten absolvieren, um das angestrebte Abzeichen in Gold zu bekommen. Ilse Agger, eine von neun Prüferinnen des EMTV, stoppt die Zeit. Nach 17 Minuten und 25 Sekunden überquert Radke die Ziellinie. „Es lief ganz gut“, meint er, während er sich den Schweiß von der Stirn wischt. Vor dem Lauf hat er bereits die Herausforderung für Gold beim Standweitsprung bewältigt. Sein Satz von 2,05 Meter übertrifft die geforderte Norm von 1,90 Meter deutlich.

 Auch Manfred Bebensee ist in Sachen Sportabzeichen ein alter Hase. Das zeigt sich unter anderem beim Kugelstoßen. Acht Meter sind gefordert. Die fünf Kilogramm schwere Kugel landet erkennbar weiter im Sand. Auch für Helmut Thomas, der bereits zum 33. Mal antritt, das Sportabzeichen zu erringen, ist die geforderte Weite an diesem schönen Frühsommerabend kein Problem.

 „Rund 80 Teilnehmer im Alter zwischen sechs und 80 Jahren stellen sich alljährlich den Herausforderungen“, weiß Inka Fehrle, die im EMTV die Sportabzeichen-Abnahme leitet. Die meisten sind sogenannte „Wiederholungstäter“. Das heißt, sie kommen jedes Jahr wieder, um ihre Leistungen zu überprüfen und sich am Ende ein weiteres Sportabzeichen samt Urkunde aushändigen zu lassen. Auch Thore (6), Lisa (9) und Emma (10), die drei Kinder von Inka Fehrle, sind bereits infiziert. Beim Laufen und beim Weitsprung wissen sie an diesem Tag allesamt zu überzeugen. Eigentlich, so sagt ihre Mutter, zähle in erster Linie das Mitmachen. Doch die erfahrene Sportlerin kennt inzwischen den Ehrgeiz der Teilnehmer: Jeder strebt insgeheim Gold an. Dabei dürfen auch alle, die die Weiten, Höhen und Zeiten für das Abzeichen in Bronze und Silber erfüllen, stolz auf ihre Leistungen sein. Das gilt übrigens ebenso für Menschen mit Behinderungen. Auch für sie hat der Verein die Möglichkeit geschaffen, das Sportabzeichen zu erringen. Manch einer kommt darüber hinaus zu den Prüfungen, um den geforderten Sportnachweis fürs Studium oder für den Dienst bei Polizei, Feuerwehr oder der Bundeswehr zu erfüllen, denn auch das ist beim EMTV möglich.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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