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Bürger lassen Dampf ab

Naturkindergarten in Felm Bürger lassen Dampf ab

Dicke Luft im Felmer Dörpshus: Anwohner vom Bökeneck trugen dort ihre Bedenken vor, weil die Gemeinde an ihrer Straße einen Naturkindergarten plant. Im Saal herrschte gereizte Stimmung. Ob nun Verkehrsbelastung, Gefahren durch Tümpel und herabfallende Äste im Wald oder die Kosten: Gut 30 Bürger ließen Dampf ab.

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Anwohner Christian Hankel (mit Hündin Paula) befürchtet eine zunehmende Verkehrsbelastung.

Quelle: Jan Torben Budde

Felm. Doch der Grundsatzbeschluss für die Gruppe mit bis zu 18 Kindern steht fest, die Eröffnung ist für September geplant.

Die Entscheidung fiel bereits im Januar, wie Tomas Bahr vom Amt Dänischer Wohld darstellte. Die Kita-Plätze im Dorf reichten nicht aus. Da die Kostenschätzung für einen Kita-Neubau bei rund 700000 Euro liege, habe die Gemeinde die Variante verworfen. Langfristig werde mit rückläufigen Bedarfszahlen gerechnet, so der Verwaltungsmitarbeiter. „Wir haben bisher versucht, vernünftige Elternbeiträge zu erheben“, begründete Bürgermeister Friedrich Suhr (CDU) die Entscheidung gegen einen teuren Neubau. Für die Waldgruppe stehen 50000 Euro im Haushalt.

Trotzdem regten sich Proteste gegen die Naturgruppe. Bökeneck-Anwohner hatten Suhr eine Liste mit 27 Unterschriften gegen das Vorhaben auf einem Gelände der Stiftung Naturschutz übergeben, die das Gelände gegen ein Entgelt zur Verfügung stellt. Die Gemeinde favorisiert dort eine etwa 25 Quadratmeter große Schutzhütte – oder einen Bauwagen. Zwei Erzieherinnen sollen die Drei- bis Sechsjährigen betreuen. Ein Teilbereich des angrenzenden Waldes dient den Lütten zum Spielen und Erkunden.

Ein Dorn im Auge ist den Kritikern der Bring- und Holverkehr durch die Eltern. Sie befürchten eine erhöhte Gefahr für Kinder, die in der Spielstraße Bökeneck toben. „Die Frage ist nicht, ob etwas passiert, sondern wann“, warnte Christian Hankel. Unterdessen legte Bahr den Bericht eines Planungsbüros vor, wonach weder Verkehrsbelastung noch Anzahl der Stellplätze die Waldgruppe ausschließen. Die Anwohner knirschten mit den Zähnen. Ein Vorschlag aus dem Publikum, dass die Kinder morgens zur Betreuten Grundschule gebracht werden und dann in Begleitung zur Naturkita gehen, stieß in der Gemeindevertretung auf offene Ohren.

Angezweifelt wurden die hohen Kosten für einen Kita-Neubau. Eine Anwohnerin brachte eine günstigere Container-Alternative ins Spiel. Ebenso gab es Bedenken, ob zwei Erzieherinnen für die Sicherheit der Kinder garantieren könnten. Das Thema wird erneut in den gemeindlichen Gremien behandelt.

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