18 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Nussknacker der pelzigen Art

Wappentier Eichhörnchen Nussknacker der pelzigen Art

In der Stadt Eckernförde wird das Wappentier Eichhörnchen besonders gehegt. Aber auch überregional hat die landesweit größte Eichhörnchenschutzstation am Noorwanderweg an Bedeutung gewonnen. 162 Findel-Eichhörnchen wurden dieses Jahr hier aufgenommen. „Das ist neuer Rekord“, sagt Monika Rademacher, ehrenamtliche Leiterin der Station.

Voriger Artikel
Im Grundsatz für ein Hotel
Nächster Artikel
Wie viele Hotels braucht Eckernförde?

Eichhörnchen sind pfiffig: Dieser kleine Kerl im Besuchsgehege ist in der Lage, eine Plastikbox mit Lockfutter zu öffnen, um an die begehrten Haselnüsse heran zu kommen. Sie werden dann gleich vernascht oder für den Winter verbuddelt.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Fast alle Tiere sind inzwischen wieder ausgewildert. Doch für die Dauergäste und kommende Aufnahmen hofft Rademacher jetzt auf Nuss-Spenden.

 Sie sind bei Baumfällungen aus ihren Nestern (Kobel) gefallen, verletzt aufgefunden oder bei Verkehrsunfällen zu Waisen geworden. In der Eichhörnchenschutzstation in Eckernförde werden die „Findelkinder“ wieder aufgepäppelt. Rührende Pflegerin der kleinen Nager ist Monika Rademacher. Baby-Hörnchen bekommen bei ihr alle zwei bis vier Stunden etwas zu fressen. Bauchmassage für die Stimulierung der Verdauung inklusive. „Das macht normalerweise die Mutter“, so die Stationsleiterin. Dieses Jahr kamen nach einem Hausabriss, bei dem ein Kobel zerstört wurde, sogar Fünflinge in ihre Obhut. „Das war schon hart“, gesteht Rademacher. Den ganzen Sommer über kümmert sie sich um den Hörnchen-Nachwuchs.

 Doch Eichhörnchen sind keine Kuschel-, sondern Wildtiere. Deshalb werden die kleinen Nussknacker ab einem Alter von etwa acht Wochen im Außengehege der Schutzstation untergebracht, vom Menschen entwöhnt und auf die Auswilderung vorbereitet. Mit elf bis zwölf Wochen verlassen die Hörnchen das Gehege, in das sie – bei offener Tür – vorübergehend zurückkehren können, bis sich die Tiere endgültig nach draußen verabschieden. Rund 90 Prozent kommen durch. Um die Bestände zu verteilen, finden Auswilderungen nicht nur in Eckernförde, sondern auch im Raum Kiel und Hamburg statt.

 Begleitet wird die Arbeit der 2006 mit Hilfe der Stadt errichteten Station von Führungen und umweltpädagogischen Aktionen. 11000 Gäste zählte die Anlage im vergangenen Jahr. Dieses Jahr sind es bislang rund 9000. „Wir musste im Sommer für sechs Wochen das Besuchsgehege wegen Renovierung schließen“, erläutert Rademacher. Neben Schulklassen und Kindergärten, die gerade im Herbst das Thema „Eichhörnchen“ behandeln, besuchen viele Touristen die Station. Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Mit Rademacher und Heiko Moltzen kümmern sich zwei Ehrenamtliche um den Betrieb. Unterstützt werden sie von zwei Ein-Euro-Jobbern und einem Praktikanten.

 Eichhörnchen stehen unter Artenschutz. Heimisch in unseren Gefilden ist das Europäische Eichhörnchen. Das Farbenspiel ihres Fells reicht dabei von hellrot bis schwarz. Die dunklen Hörnchen waren früher vorwiegend in Süddeutschland in höheren Lage zu Hause (die Fellfarbe kann mehr Wärme speichern). „Inzwischen haben sich die Farben gemischt“, betont Rademacher. Im Winter bekommen zudem alle ein gräulicheres Fell. „Nicht zu verwechseln mit den amerikanischen Grauhörnchen“, so die Expertin. Die kommen in Schleswig-Holstein bislang wild nicht vor.

 Um die Dauergäste der Station durch den Winter zu bringen, wird um Nuss-Spenden gebeten. Vor allem Hasel- und Walnüsse (mit Schale!) sind willkommen. Wer möchte, kann hier auch ein Futterhaus erwerben, um im eigenen Garten Eichhörnchen bei Eis und Schnee zu helfen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3