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Warten auf den Elektrobus

Eckernförde Warten auf den Elektrobus

Sie rollen geräuschlos und abgasfrei über die Straßen. Diese beiden Argumente haben Kerstin Bügler „total überzeugt“. Und deshalb hat die Inhaberin des Stadtverkehrs Eckernförde (SE) sich dazu entschlossen, ihre bislang konventionelle Bus-Flotte um einen Elektro-Bus zu erweitern – trotz hoher Anschaffungskosten.

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Eine Woche lang testete der Stadtverkehr Eckernförde im Herbst vergangenen Jahres den neuen E-Bus von Silio. Unser Foto zeigt SE-Chefin Kerstin Bügler mit Silio-Berater Gerhard Schlag und Fahrer Michael Marx (im Hintergrund).

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Die Bundesregierung hat ihr die Entscheidung ein wenig leichter gemacht. Vor wenigen Tagen konnte Kerstin Bügler in Berlin einen Förderbescheid über 194010 Euro in Empfang nehmen, mit dem das Verkehrsministerium den Einstieg in die Elektromobilität unterstützt. Ein hoher Betrag, der aber nicht annähernd die Kosten für die Anschaffung deckt. Diese, so sagt die SE-Inhaberin, würden in etwa 500000 Euro betragen – gut 200000 Euro mehr, als für einen herkömmlichen Bus aufzubringen sind.

 Der Stadtverkehr in Eckernförde, der im kommenden Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiern kann, zählt mit der geplanten Anschaffung zu den Vorreitern in Schleswig-Holstein. Bislang rollt nur auf Sylt ein Elektrobus über die Insel. Bis solch ein umweltfreundliches Gefährt im Linienverkehr in Eckernförde eingesetzt werden kann, werden aber noch ein paar Monate ins Land ziehen, denn die Lieferzeit beträgt zwischen sechs und neun Monaten. Und noch hat sich die Geschäftsfrau auch nicht entschieden, welches Fabrikat geordert werden soll.

 Im Herbst 2015 wurden auf den vier innerstädtischen Linien zwei verschiedene Busse probeweise getestet: einer der Marke Sileo, ein weiterer von E-Bus-Europa. Beide, so sagt Kerstin Bügler, hätten sich als geeignet erwiesen. Unterschiede gebe es nur beim Preis und bei der Garantiedauer. In Sachen Reichweite liegen in etwa gleichauf. Rund 230 bis 250 Kilometer können mit einer Batterieladung zurückgelegt werden. Dann muss der Bus über Nacht an die Steckdose. „Das reicht für den täglichen Betrieb im Stadtverkehr“, sagt Kerstin Bügler. Die Fahrer, die beide Fabrikate getestet haben, waren gleichfalls zufrieden. Sie ließen sich ruckelfrei lenken, weil kein Schalten nötig ist. Auch das geräuschlose Vorankommen und die sehr geringe Umweltbelastung überzeugten. Die Passagiere, die in der Probephase schon mal Platz nehmen durften, seien insbesondere von der dritten Tür im hinteren Teil der Busse begeistert gewesen. Die Batterien sind übrigens platzsparend auf dem Dach des Busses untergebracht.

 Das Unternehmen Stadtverkehr Eckernförde verfügt insgesamt über 20 Busse. Sechs davon sind tagtäglich auf den verschiedenen Linien im innerstädtischen Verkehr unterwegs. Pro Jahr werden auf diesen Strecken rund 850000 Fahrgänge befördert.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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