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Reines Trinkwasser ohne Chemie

Wasserwerk Nord Reines Trinkwasser ohne Chemie

Kein Leben ohne Wasser. In Zeiten zunehmender Umweltverschmutzung ist Trinkwasser weltweit zum kostbaren Gut geworden. Eckernförde hat noch das Glück, auf ein reines Nass zurückgreifen zu können. Aktuell sind Sanierungsarbeiten im Wasserwerk Nord am Feldweg fast abgeschlossen.

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Stadtwerke-Chef Dietmar Steffens (links) und Anlagenmeister Dirk Bock begutachten die fast abgeschlossenen Sanierungsarbeiten im Wasserwerk Nord. Sie umfassten auch den Austausch von Pumpleitungen.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. 130000 Euro investierte der örtliche Versorger jetzt in das Wasserwerk, das den Stadtteil Borby mit Trinkwasser beliefert. Dafür wurde insbesondere die Verkleidung der sogenannten Kaskaden mit Edelstahl erneuert. Dirk Bock, Anlagenmeister der Stadtwerke, erläutert, wie das Trinkwasser in die Haushalte gelangt. Im Wasserschutzgebiet am Feldweg fördern zwei Pumpen aus rund 120 Metern Tiefe das wertvolle Nass. Von dort fließt es in das Wasserwerk und wird über die Kaskaden mit Sauerstoff durchsetzt. Anschließend durchläuft es zwei Filterbecken, in denen Eisen und Mangan ausgefällt werden. Beides liege zwar unter den Grenzwerten, so Bock. Das Ausfällen verbessere aber den Geschmack. Zudem wird verhindert, dass das Wasser bräunlich färbt.

Vom Filterbecken aus wird das Wasser in den 1200 Kubikmeter großen Reinwasserbehälter gepumpt, der als Puffer für Spitzenzeiten dient. Über das 100 Kilometer lange Rohrnetz gelangt es schließlich zu den Endabnehmern. Spitzenzeiten sind nicht nur morgens beim Duschen und mittags beim Kochen. „Nach wie vor macht sich auch die Halbzeitpause beim Fußball bemerkbar“, sagt Bock mit einem Schmunzeln. Insgesamt fließen jährlich rund 1,4 Millionen Kubikmeter Trinkwasser durch die Eckernförder Leitungen. Dabei sind die Verbraucher sparsamer geworden. Rechnete man früher mit einem Pro-Kopf-Anteil von 200 Litern pro Tag (einschließlich Kleingewerbe), so sind es jetzt 100 bis 120 Liter.

Auf chemische Zusätze wie Chlor kann für die Aufbereitung des Eckernförder Trinkwassers verzichtet werden. Auch Aktivkohle kommt nicht zum Einsatz. „Dennoch liefern wir gute Qualität“, sagt Bock. Auch Stadtwerke-Chef Dietmar Steffens betont, dass Eckernförde auf sauberes Tiefenwasser zurückgreifen könne. „Wir sind sehr froh darüber.“ Damit das so bleibt, legt die Stadt besonderen Wert auf den Wasserschutz in der Umgebung der Förderanlagen. Ende 2014 wurde beispielsweise ein nah gelegener Maisacker, der gegüllt wurde, angekauft und aus der Nutzung genommen.

In Kürze soll das Wasserwerk Nord – ebenso wie das Werk Süd am Bornbrook – noch eine neue Steuerung erhalten. Förderleistung der Pumpen, Einspeisung ins Netz und Leitungsdruck lassen sich dann mit einem moderneren System zentral von den Stadtwerken steuern. Laut Steffens sind beide Werke zudem in der Lage, im Notfall einzeln den gesamten Stadtbereich mit Trinkwasser zu versorgen.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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