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Eine Herde zotteliger Sympathieträger

Weiße Galloways Eine Herde zotteliger Sympathieträger

Was macht man mit seinem Konfirmationsgeld? Für dies und das und jenes ausgeben? Ben Haase (20) aus Schwedeneck erfüllte sich damit einen ungewöhnlichen Wunsch: Er kaufte weiße Galloways. Seither wächst die Herde. Und erweist sich auf der Weide als Hingucker.

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Ben Haase mag seine Galloway-Herde und besucht sie gerne auf der Weide. Die Rasse gehört zu den kleinsten Rindviechern.

Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

Schwedeneck. Schwarze Ohren, schwarze Nase, schwarze Füße, weißes Zottelfell: White Galloways sind Charaktertypen. Schon als „lütter Butscher“, erzählt Ben Haase, verliebte er sich in die charmanten Rindviecher. Entdeckt hatte er sie damals bei einem Besuch der Landwirtschaftsmesse Norla, mit seinem Vater Peter Haase (55).

 Die Familie bewirtschaftet seit 1936 den Hof in der Straße Am Roggenkamp in Surendorf. 38 Milchkühe stehen im Stall, dazu kommt ein bisschen Ackerbau, erzählt der Vater. Angesichts der Milchpreise zurzeit ein hartes Geschäft. Dennoch will Ben Haase, der schon als Kind „im Maxi Cosi im Stall“ immer mit dabei war, weitermachen: „Das ist Familientradition, nicht einfach ein Job.“ Seit wenigen Tagen ist er staatlich geprüfter Landwirt.

 Dunkle Galloway-Rinder sieht man häufiger, zum Beispiel in Naturschutzgebieten. Die Weißen sind dagegen selten zu finden. Als Ben Haase damals, nach der Konfirmation, Geld hatte, hörte er von White Galloways in Felm. Und er kaufte sich drei Kühe und drei halbjährige Kälber. „Die meisten fanden das cool“, erinnert er sich. Heute stehen 14 Tiere auf der Weide an der Eckernförder Straße, gegenüber vom Hof.

Es ist ein Hobby

 Zu seiner Herde hat der junge Landwirt eine besondere Beziehung. Nach Feierabend geht er gerne rüber auf die Weide, streichelt die Tiere. Ein Mischling ist dazwischen, manche Rindviecher haben schwarze Tupfer im Fell. Es ist keine im Herdbuch verzeichnete Herde, „sondern mein Hobby“, sagt der 20-Jährige. Ab und zu schlachtet die Familie ein Tier für den Selbstbedarf, für die Vermarktung fehlt zurzeit die Technik – zum Beispiel ein Kühlhaus.

 White Galloways sind ruhig, sehr robust, bleiben auch im Winter draußen. Nur wenn’s zu nass ist, holen die Haases die Tiere rein. Am Ostseeradweg erweist sich die weiße Herde als Sympathieträger. „Ich höre oft, dass das schöne Tiere sind“, erzählt Haase. Auch Touristen blieben oft stehen.

 Fürs Foto lockt der 20-Jährige die Rinder auf der Weide mit Weißbrot an. Doch die Tiere galoppieren erst mal davon, weil jemand Fremdes dabei ist. Sie halten vorsichtig Abstand, kommen am Ende dann doch näher, recken neugierig und zugleich zaudernd ihren Hals. Wahrscheinlich hoffen sie, dass in der Fototasche noch ein paar leckere Brötchen stecken.

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Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Redaktion Lokales Kiel/SH

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