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Karlsson hat die Richtige gefunden

Weißstorch-Paar in Owschlag Karlsson hat die Richtige gefunden

Für Karlsson war dieser Winter nicht einfach. Der Weißstorch hatte eine Verletzung an seinem rechten Bein, nach Vermutungen von Vogelbeobachtern war es gebrochen. Vielleicht auch aus diesem Grund entschied sich Karlsson, den zweiten Winter hintereinander in Owschlag zu verbringen.

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Für Storch Karlsson und seine Frau hat in Norby/Owschlag die Brutsaison begonnen. Zurzeit wird oft verliebt geklappert. Ab und an muss Karlsson außerdem seinen Horst gegenüber anderen Störchen verteidigen.

Quelle: Birgit Johann

Owschlag/Ascheffel. Ende August 2015 war er gen Süden gestartet, und Mitte Dezember landete er wieder auf seinem Horst bei Familie Tams-Detlefsen in Norby. Mittlerweile ist sein Bein geheilt. Seit Anfang April hat er eine Partnerin und beide klappern sich verliebt an.

„Als er kam, hat er gehumpelt“, sagt Uta Tams Detlefsen, die Karlssons Horst vom Küchenfenster aus beobachten kann. Da Karlsson aus einer schwedischen Aufzuchtstation stammt und deutlich weniger Scheu vor Menschen zeigt als die meisten seiner Artgenossen, kann sie ihm auch bei der Nahrungssuche in den feuchten Wiesen am Hof zuschauen. Und angesichts seines gebrochenen Beins hat sie ihn auch wieder gefüttert. „Aber nicht so viel wie im Jahr zuvor“, berichtet die Landwirtin. Das Wetter sei insgesamt weniger frostig gewesen. Karlsson habe sich gut selber versorgen können.

Inzwischen sei von der Verletzung kaum noch etwas zu bemerken, informiert Weißstorch-Gebietsbetreuer Jürgen Lustig aus Rendsburg. Er hat Karlsson Mitte Januar gefilmt, als dieser sein rechtes Bein noch nicht wieder richtig benutzen konnte, und das kleine Video ins Netz gestellt. Unter den Stichworten „Karlsson“ und „Weißstorch“ ist es bei Youtube abrufbar.

Da Karlssons Partnerin im Gegensatz zu ihrem Mann nicht beringt ist, wisse er nicht mit Sicherheit, ob sie die vom vergangenen Jahr sei, erklärt der Ornithologe. Am 24. Februar, also lange vor ihrem Ankunftstag, dem 2. April, hatte Karlsson laut Lustig schon einmal weiblichen Besuch. Doch die beringte Störchin sei kurz darauf wieder von dannen geflogen. Die Neue scheint nun aber die Richtige zu sein und Lustig hofft mit den Tams-Detlefsens, dass Karlsson und seine Frau wie 2015 wieder drei Nachkommen großziehen.

Dass der Storch sein Nest immer mal wieder gegen andere Wohnungssucher seiner Spezies verteidigen muss, ist laut Lustig wegen des bestehenden Horst-Defizits nicht ungewöhnlich. Die KN beobachteten beim Fotografieren zwei fremde Weißstörche, die interessiert den Norbyer Horst umkreisten. Irgendwann wurde es Karlsson zu bunt. Er nahm die Verfolgung auf und schlug die beiden in die Flucht.

Im vergangenen Jahr hatte der partnerlos gebliebene Ascheffeler Storch seinen Norbyer Artgenossen das Leben schwer gemacht. Eventuell ist er es, der nun seit dem 31. März wieder im von der Gemeinde frisch hergerichteten Nest auf dem Meiereischornstein wohnt. „Hoffentlich wartet er nicht wieder vergeblich auf seine Frau“, sorgt sich Storchenbeobachterin Inge Rehbehn. Sie ist fest überzeugt, dass Ascheffels Adebar ein männlicher Storch ist. Allerdings kann man dies laut Lustig nicht mit letzter Sicherheit sagen.

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