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Anlaufstelle und Alltagshilfe

Wellcome neu in Eckernförde Anlaufstelle und Alltagshilfe

Große Freude, das Baby ist da! Aber die Aufmerksamkeit für den süßen Nachwuchs wird schnell zum Stress, wenn keiner unterstützt. Dann springen die Ehrenamts-Engel von Wellcome ein. Seit Mittwoch gibt es die unkomplizierte Alltagshilfe für frisch gebackene Familien auch in Eckernförde.

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Rose Volz-Schmidt, Ministerin Kristin Alheit, Anja Kroll als erste Eckernförder Helferin und Teamleiterin Garbiele Lüttmer (v.l.) freuen sich auf Ehrenamtliche wie Mütter, die Wellcome nutzen.

Quelle: Cornelia Müller

Eckernförde. Wimpel, Luftballons und ein fröhliches Babybild mit Engel-Logo machen neugierig auf das Familienzentrum Eckernförde der Kirchengemeinde Borby. Hier wird mit Sozialministerin und Schirmherrin Kristin Alheit (SPD) und Bürgervorsteherin Karin Himstedt (CDU) gerade die Ankunft von Wellcome gefeiert. Der Saxtorfer Weg 18b ist ab sofort Anlaufstelle für alle, die schnelle Hilfe im ersten Lebensjahr des Kindes brauchen oder geben wollen.

 Der Name steht für einen ehrenamtlichen Dienst, der seit 2002 rasant aus den Evangelischen Familienbildungsstätten in ganz Deutschland wächst. Die Aufgabe: Müttern, die ein- bis zweimal pro Woche eine kurze Entlastung von der neuen Aufgabe brauchen und kein passendes Netzwerk haben, aus der Klemme helfen. Gabriele Lüttmer, hauptamtliche Koordinatorin von Wellcome in Eckernförde: „Manche Frau braucht mal eine Stunde zum Auftanken. Andere sind froh, wenn jemand das Baby ausfährt, wenn sie gerade einen Arzt- oder Bewerbungstermin haben oder eine dringende Hausarbeit erledigt werden muss. Ein Baby stellt jede Mutter vor Herausforderungen, die sie sich vorher nicht vorgestellt hat.“

 Lüttmer leitet den Dienst von Anbeginn in der Familienbildungsstätte des Kirchenkreises in Rendsburg, der auch Wellcome Eckernförde zugeordnet ist. „Wir haben in Rendsburg wie in Kiel sehr viele Nachfragen aus Eckernförde und Umland. Ich bin glücklich, dass das Netzwerk jetzt hier einen Anlaufpunkt hat“, sagt sie. Und Pastor Rainer Kluß, Vorsitzender des Familienzentrums, ergänzt: „Das ist praktische Nächstenliebe.“

 Dass auch ein wohl organisiertes Leben mit Partner nicht vor Überforderung schützt, bestätigen Alheit und Himstedt. Beide schildern Situationen aus ihrem Familienleben, „in denen wir uns solche Engel gewünscht hätten“. Der Eckernförder Facharzt für Geburtshilfe und Gynäkologie, Dr. Ralf Kröger, unterstreicht: „Hebammen, Gynäkologen und Geburtsstationen geben die Wellcome-Info sehr gern an Eltern weiter. Es kommt dem Baby zugute, wenn die Mutter sich wohlfühlt und nicht überfordert ist.“

 Wellcome ist mitten aus dem Leben heraus entstanden. Gründerin ist Rose Volz-Schmidt, die in den 1990ern damals die Familienbildungsstätte Norderstedt leitete. Nach der Geburt ihres ersten Kindes braucht sie viel Erholungszeit. „Plötzlich lief nichts mehr wie geplant. Ich war von der Rolle“, berichtete sie. „Eine Art Nachbarschaftshilfe zu schaffen, wenn weder Netzwerk noch Nachbarn da sind, war mein Antrieb.“

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Cornelia Müller
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