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Bürger wünschen Bankautomat, Park und Café

Altenholz Bürger wünschen Bankautomat, Park und Café

Die Ungeduld in Altenholz ist groß. Gleiches gilt für die Erwartungen und das Engagement der Bürger. Die ehemalige Ladenzeile im Ortsteil Stift ist nun abgerissen. Das Einkaufszentrum war Ende vergangenen Jahres abgebrannt. Ein Dilemma. Wie geht es nun im Quartier weiter? Zu einer Info-Veranstaltung am Freitagabend kamen rund 120 Besucher ins Rathaus.

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Projektleiterin Christine Ellen von der Big-Städtebau (rechts) unterhielt sich mit Bürgern über die Untersuchungen im Ortsteil Stift.

Quelle: Jan Torben Budde

Altenholz. „Ich möchte, dass die neue Ladenzeile hübsch wird“, forderte Sarah Christ. „Kein Klotz aus Beton und Glas“ stand auf einem Zettel, den die 28-Jährige an einer Pinnwand im Foyer befestigte. Die Tafeln zierte ein bunter Strauß an Vorschlägen, Ideen und Forderungen der Bürger für Stift. Kostproben: Gewünscht werden eine Planung aus dem Blickwinkel der Fußgänger und Radfahrer, ein Bankautomat, Mülleimer, Räumlichkeiten zum Treffen, die Erhaltung des Parks hinter dem Herrenhaus, ein Café und keine Autobahnparkplatzlampen.

 Hintergrund für das „Wunschkonzert“ ist die Aufnahme der Gemeinde in das Städtebauförderungsprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“. Zur Unterstützung bei dem Großprojekt hat sich die Kommune die Big-Städtebau ins Boot geholt. Der treuhänderische Sanierungsträger mit Büro in Kronshagen nimmt das Stifter Quartier seit Wochen unter die Lupe. Im Ratssaal erläuterte Projektleiterin Christine Ellen die vorbereitenden Untersuchungen. Während einer Bestandsaufnahme kommen unter anderem Bebauung, Einzelhandels- und Dienstleistungsstruktur, Freizeitangebote, Sanierungsbedarf, technische Infrastruktur sowie Verkehr auf den Prüfstand. „Wir sind auf die Unterstützung der Bürger angewiesen“, so die Ingenieurin, „was wir machen, soll zukunftsfähig sein.“ Das Ziel laute, Handlungsfelder zu erkennen und daraus ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept abzuleiten.

 Bis zum Jahresende soll das Gutachten fertig sein. Laut Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) teilen sich Gemeinde, Land und Bund die Kosten von rund 180000 Euro zu je einem Drittel. Ergänzend gebe es ein Verkehrs- und ein Einzelhandelsgutachten. Stehen alle „Baustellen“ fest, könnten nach bisheriger Einschätzung in den kommenden zehn bis 15 Jahren etwa 15 Millionen in das Quartier fließen – ebenfalls von Gemeinde, Land und Bund. Dieses Engagement solle Folgeinvestitionen von außen auslösen, so Ehrich.

 „Die Ladenzeile ist nur ein Thema, aber ein vordringliches“, betonte Christine Ellen. Trotz bohrender Nachfragen aus dem Publikum wollte sich der Bürgermeister nicht festlegen, wann der erste Spatenstich für das neue Einkaufszentrum erfolgen könnte. Ihm schwebe kein Schnellschuss vor, obwohl ihm die Dringlichkeit bewusst sei. Ehrich: „Wir möchten ein Einkaufszentrum, in dem sich die Menschen wohl fühlen“. Es solle nicht nach fünf Jahren Leerstände im Ortszentrum geben. Zumal die Ladenzeile bis zum Brand mit Problemen zu kämpfen hatte. Es liefen bereits Gespräche mit dem Eigentümer des Geländes und Investoren, verriet der Bürgermeister.

 Unterdessen sollen die Einwohner weiter mitwirken. Laut Christine Ellen sind zwei Bürgerwerkstätten geplant. „Es gibt hier viele engagierte Einwohner“, schwärmte die Projektleiterin.

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