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Mit pfiffigen Strategien auf Kundenfang

Gettorf Mit pfiffigen Strategien auf Kundenfang

Auf Schnäppchenjagd: Am Sonntag verwandelte sich das Gettorfer Ortszentrum wieder einmal in einen großen Flohmarkt. Organisatorin Rita Smets sprach von rund 90 Ständen und tausenden Besuchern. „Der Erfolg ist wetterabhängig“, so die Preetzerin. Das Interesse am Flohmarkt stuft sie als gleichbleibend ein.

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Ob Suppenschüssel, Sparschwein, Teller oder Gläser: Marina Lilie und ihre Tochter Denise hatten zum ersten Mal einen Stand in Gettorf, schwören sonst auf den Preetzer Flohmarkt.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. Mit einem breiten Grinsen thronen seine Frösche auf dem Tapeziertisch. „Die Leute gucken und schmunzeln“, freut sich Karl vom Bruch. Weniger wegen der Kröten verkauft der 75-Jährige die Porzellan-Figuren auf dem Flohmarkt in Gettorf. „Ich kann einfach nicht damit aufhören“, verrät der Bünsdorfer, der früher in Hamburg lebte und Einkäufer im Handel war. Es gab Zeiten, da brannte Karl vom Bruch die besonders bei Gartenfreunden beliebten Objekte noch selbst – mittlerweile kauft er sie lieber ein. „Der Trend geht zu Eulen“, erzählt der humorvolle Senior in vertraulichem Tonfall, „die habe ich aber schon alle verkauft.“

 An Schnäppchen mangelte es zwischen St.-Jürgen-Kirche und Marktplatz allerdings nicht. Zwischen Töpfen, Tellern, Stofftieren, Inline-Skates, Büchern, Pullovern, Hosen, Schaufeln, Nähmaschinen, Fangnetzen, Schallplatten oder Modellschiffen ließen sich mehr oder weniger interessante Fundstücke entdecken. Denn am Sonntag verwandelte sich das Gettorfer Ortszentrum wieder einmal in einen großen Flohmarkt. Organisatorin Rita Smets sprach von rund 90 Ständen und tausenden Besuchern. „Der Erfolg ist wetterabhängig“, so die Preetzerin. Das Interesse am Flohmarkt stuft sie als gleichbleibend ein.

 Darth Vader hat Erik schon. Der Neunjährige sammelt Star-Wars-Karten. Gleich 14 Stück kauft der Gettorfer am Stand von Anke Bruhn. „Einen Euro habe ich bezahlt“, freut sich der Junge über ein gutes Geschäft. Er habe schon zwei Alben gefüllt. Ihr Sohn sei jetzt 13 Jahre alt und lege keinen Wert mehr auf die Sammelkarten, erzählt die Eckernförderin, die einmal pro Jahr auf dem Gettorfer Flohmarkt steht. Abzüglich der Standmiete blieben fürs eigene Portemonnaie etwa 50 Euro übrig.

 An den Tapeziertischen wurde wieder gefeilscht, was das Zeug hält. Rebecca und Thies Beitz erwarben einen Badeanzug, Bücher und ein Brettspiel für Tochter Maja (3). „Heute gab es hier echte Flohmarktpreise“, freuten sich die Osdorfer. Mitunter waren aber auch Wortfetzen wie „Nicht böse sein, aber mehr möchte ich dafür nicht ausgeben“ zu hören. Doch nicht jeder Händler schaut auf den eigenen Profit. „Was übrig bleibt, gebe ich für Lebensmittel aus“, berichtet Barbara Neusüß von der Tafel in Gettorf. Für den guten Zweck bietet sie an ihrem Stand unter anderem ein altes Rasier-Reiseset, das einst ihrem Vater (Jahrgang 1915) gehörte, an. Mit Blick auf eine Schale mit Knöpfen verrät sie augenzwinkernd einen kleinen Flohmarkt-Trick: „Man muss etwa zum Wühlen haben, damit die Leute stehen bleiben und so wiederum andere anlocken.“

 Mit Werbestrategien kennt sich auch Klaus Juschkat aus. „Weil ja gerade Kieler Woche ist, liegt hier ein aufgeschlagenes Buch mit Segelschiffen“, deutet der ehemalige Tüttendorfer Bürgermeister auf die Abbildungen an seinem Stand mit Taschen und Porzellan-Katzen. Ein Frosch war nicht dabei.

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