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Gärtners Alptraum: Borstiger Besuch

Eckernförde Gärtners Alptraum: Borstiger Besuch

Sie kommen nachts. Dann, wenn die Kleingärtner zu Hause in ihren Betten am liebsten von mächtigen Bohnen und großen, dunkelroten Erdbeeren träumen. In diesen Stunden fühlen sie sich sicher, die Wildschweine, die den Gärtnern der Kolonie Süderhake II seit Monaten so manchen Alptraum bescheren.

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Ein Teil der Kolonie an der Süderhake ist bereits eingezäunt, zeigt Hermann Brütt.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Heruntergetrampelte Büsche, durchwühlte Beete und ausgegrabene Pflanzen – wo Eber, Bachen und Frischlinge wüten, da wächst so schnell nichts mehr. Weil das so ist, haben in den zurückliegenden Monaten selbst langjährige Pächter von Parzellen an der Süderhake aufgegeben. „Von den 44 Gärten der Anlage steht die Hälfte leer“, weiß Hermann Brütt, langjähriger Vorsitzender des 615 Mitglieder zählenden Kleingartenvereins Eckernförde. Dem will er jetzt entgegenwirken.

 „Wir wollen das Problem mit Manpower angehen“, sagt er und hofft auf den Gemeinsinn der Mitglieder. Mit deren tatkräftiger Unterstützung möchte er im Herbst, wenn die Ernte eingebracht ist und die Gartensaison endet, den wasserseitigen Bereich der Kolonie einzäunen. „Wenn wir aus allen 14 Kolonien jeweils vier bis fünf Helfer zusammenbekommen, dann könnte das was werden“, hat er sich ausgerechnet. Brütt geht fest davon aus, dass das klappt.

 Auf einer Länge von rund 200 Metern soll ein Zaun gezogen werden. Mehr als einen Meter hoch und etwa 30 Zentimeter tief im Erdreich verankert. Ein längerer Abschnitt an der Südseite der Kolonie steht bereits. Und da kommen die Wildschweine auch nicht mehr durch. Brütt weiß, dass die Tiere durchs Windebyer Noor schwimmend in die Gärten gelangen – stets auf der Suche nach Nahrung. Zumeist bewegen sie sich in Rotten von fünf bis zehn Exemplaren. Kleingärtner Thore Marquardt kann das bestätigen. Als er vor mehreren Wochen eines Nachts gegen halb Vier zu seinem Garten kam, entdeckte er auf dem Weg sechs Bachen und acht Frischlinge. Genähert habe er sich ihnen nicht, wohlwissend, dass sie sehr aggressiv reagieren können.

 Der Eckernförder Stadtjäger Franz Mahrt kennt das Problem, sieht aber auch eine gewisse Mitschuld bei den Kleingärtnern. Die würden nämlich teilweise ihre Essensreste mitbringen und in den Gärten auf den Kompost werfen. Das locke die Tiere vermehrt an. Schießen darf Mahrt sie in den Gärten nicht, denn die, so sagt er, seien befriedete Bezirke.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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