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Marktmeister mit Durchblick

Wochenmarkt und Weihnachtsmarkt Marktmeister mit Durchblick

Ein Mann mit Augenmaß: Andre Kosbab, Marktmeister der Stadt Eckernförde, hat den Blick für Breite, Länge, Raumvolumen. Die riesigen Gerüste um die St.-Nicolai-Kirche und ab Ende November der Weihnachtsmarkt machen die Wochenmarktplanung gerade zum kniffligen Puzzle.

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Marktmeister Andre Kosbab muss akribisch planen. Die Baustelle St.-Nicolai-Kirche, Wochenmarktstände und Weihnachtsmarkt müssen unter einen Hut.

Quelle: Cornelia Müller

Eckernförde. „Ruhe bewahren, dann kriegt man alles hin“, sagt der 45-Jährige lächelnd. Auch an diesem Mittwoch macht er ab 7 Uhr auf Rathausmarkt und Kirchplatz, wo der Wochenmarkt aufbaut, seine Runde. Gut zwei Stunden ist Kosbab mittwochs und sonnabends immer unterwegs. Prüft, ob jeder so aufgebaut hat wie vorgesehen, ob noch Platz für eventuell spontan ankommende Händler ist, oder dirigiert einzelne Beschicker freundlich um, wenn die Lage es erfordert. Letzteres war heute der Fall. Der Blumenstand vor der Kirche muss fast auf Höhe des gegenüber platzierten Bio-Gemüsehändlers aus Großholz rücken. Der Kaffeewagen von Florian Grabowski rutscht auf den Blumen-Platz. „Wegen des Baugerüsts ist es sonst zu eng“, klärt Kosbab auf. Der Blumenmann ist etwas skeptisch. „Wenn wir Händler nur die Seite der Gasse wechseln, sind die Kunden zuerst irritiert“, weiß er aus Erfahrung. Daher sei jeder Platzwechsel anfangs mit leichtem Umsatzrückgang verbunden.

 Heute nehmen Kunden und Händler das mit Lächeln. Im Gang zwischen Blumen- und Gemüseangebot ist es nämlich kuschelig warm. Beide Beschicker müssen ihre Waren vor Frost schützen und haben Planen sowie Heizgeräte installiert. „Und ich habe heute mehr Licht und Platz für Sitzbänke“, ergänzt der Kaffeekocher gut gelaunt. Die Gäste nicken, „denn unser Markt ist immer superschön“. Am Gemüsestand Baumann aus Geltorf erläutert Kosbab Inhaber Erhard Höhmann, wo er demnächst steht, wenn ab 22. November der Weihnachtsmarkt auf dem Kirchplatz aufbaut.

 Gegenüber beugt sich ein Herrenquartett über den Plan für den Weihnachtsmarkt, den die Touristik Eckernförde veranstaltet: Touristikchef Stefan Borgmann, Mitarbeiter Hans-Peter Möller, Architekt Dietrich Fröhler und Pastor Dirk Homrighausen. Wie weit darf der Bauzaun, der der Kirchensanierung geschuldet ist, ans Gerüst geschoben werden? „Wir bauen wie immer auf dem Kirchplatz das überdachte Veranstaltungsrund und die Hütten für die Adventsgastronomie auf. Hier sehe ich kaum Einschränkungen“, bestätigt Borgmann. „Traurig bin ich aber, dass der Platz neben der Kirche, den wir feierlich beleuchten und für Vereine einbeziehen wollten, wegen der Baustelle doch nicht verfügbar ist. Das hätte den Weihnachtsmarkt bereichert. Nun verschieben wir auf 2017.“

 Auch Kosbab nimmt am Gespräch teil. Er plant ja, welche Wochenmarkthändler ab 23. November bis nach dem Jahreswechsel in die Fußgängerzone oder in mögliche Lücken auf den Rathausmarkt umziehen. Wird es dann eng in der Einkaufsstraße wegen des Lieferverkehrs für Geschäfte? Gibt es Konflikte? „Wir sind eingespielt und haben ein gutes Verhältnis“, entgegnet Kosbab. „Am Ende kommen immer alle gut miteinander klar.“ Bio-Käsehändler Thomas Böhm sieht das genauso: „Aus meiner Sicht bereichert die kleine Abwechslung sogar das Einkaufserlebnis.“

 Wochenmarkt ist in Eckernförde mittwochs und sonnabends auf Rathausmarkt und Kirchplatz (7-13 Uhr). Ab 23. November bis nach Neujahr weicht ein Teil der Händler regionaler frischer Lebensmittel wegen des Weihnachtsmarkts in die Kieler Straße aus. Die 45 regelmäßigen Marktbeschicker müssen sich seit 2013 festlegen, an welchen Tag sie kommen und wann sie den Platz nicht brauchen. Sie zahlen die Gebühr (0,25 Euro pro Quadratmeter) vierteljährlich im Voraus. „So hat auch der Warenmix Kontinuität. Das gefällt den Kunden“, heißt es aus dem zuständigen Bauamt der Stadt.

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Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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