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Pläne für Wohnhäuser umstritten

Altenholz-Stift Pläne für Wohnhäuser umstritten

Hitzige Stimmung am Dienstag im Rathaus Altenholz: In der Bauausschusssitzung, in der es um Wohnungen auf dem Privatgrundstück hinter dem Herrenhaus Stift ging, liefen Anwohner Sturm dagegen. Mit knapper Mehrheit empfahl das Gremium den Gemeindevertretern, die B-Planänderung zu betreiben.

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Im Park hinter dem Herrenhaus sollen die fünf Wohnhäuser entstehen. Statt der Rasenfläche vor der Terrasse soll sich der öffentliche Reformgarten anschließen. Die freie Achse zwischen den Gebäuden soll den Blick auf das Ensemble ermöglichen.

Quelle: Cornelia Müller

Altenholz. Alle Zuschauerplätze sind besetzt. „Hat der Investor kein maßstäbliches Modell?“ „Warum will der Ausschuss nicht das Modell sehen, das Anwohner gebastelt haben? Es würde beweisen, dass die gezeichneten Pläne täuschen.“ Und: „Hier geht’s doch nur ums Geld!“ Fragen und Vorwürfe mischen sich in der Einwohnerfragestunde, in der Karen Weisheit (CDU) als Vorsitzende Bürgern fast eine Stunde Rederecht einräumt.

 Es geht darum, ob die Pläne von Investor Udo Wagner auf dem Herrenhausgrundstück von Rainer Jacken Zukunft haben. Nicht um Details, auch nicht um einen endgültigen Beschluss. Das versuchen Weisheit und Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) zu erklären. „Wir loten aus, ob wir der Gemeindevertretung empfehlen können, überhaupt in eine vorhabenbezogene Änderung des Bebauungsplans 24 für das Herrenhaus einzusteigen“, erläutern sie. Die öffentlichen Planungsunterlagen zeigten nur einen Entwurf. „Wenn wir das Verfahren überhaupt weiter betreiben, gibt es Bürgerbeteiligung, die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange. Und die Politik macht klare Vorgaben.“

 Anwohner des Waldwinkels und der Memeler Straße argumentieren, eine Bebauung mit Tiefgarage für Autos künftiger Bewohner sei „unmöglich, weil es immense Entwässerungsprobleme gibt“. Die „Abholzung des Waldes“, der im Jahrzehnte nicht gepflegten kleineren Gartenteil gewachsen sei, sei unverantwortlich. Wagner und Jacken werden persönlich angegangen. Ihnen sei „jeder Naturschutz egal“. Ihre Stellungnahmen ernten Hohn. Die ursprüngliche Forderung der Bürgerinitiative, den einstigen Reformgarten wieder herzustellen, spielt kaum eine Rolle.

 Diese Forderung hat die Denkmalbehörde aufgegriffen, denn das Herrenhausensemble steht unter Schutz. Wagner hat sie eingearbeitet. Vor der Gartenterrasse, wo laut Planung das Herrenhaus-Café Außenplätze haben soll, soll sich ein öffentlicher Reformgarten erstrecken. (siehe Grafik) Die Gebäude würden deutlich niedriger als das Herrenhaus. Allerdings sind die fünf untergliederten Wohnblöcke mit zwei Vollgeschossen und Staffelgeschoss viel voluminöser als das Herrenhaus geplant. Die Zufahrt zur Tiefgarage ist auf dem heutigen Garagenplatz neben dem Herrenhaus eingezeichnet.

 Auch in der Debatte des Ausschusses gibt es eine Kontroverse – eine sachliche. Ingo Baasch (SPD) lehnt für seine Fraktion die Fortführung der aktuellen B-Planänderung ab. „Wir sind für die Bebauung, aber nicht in der Größe,“ stellt er klar. „Es ist fairer, erst mit dem Investor über Größen zu sprechen und dann ein Verfahren zu eröffnen.“ Silke Worth-Görtz (Grüne) schließt sich an. Auch der CDU seien die Gebäude zu mächtig, betont Andreas Piltz. „Allerdings lassen sich Änderungen schneller in ein laufendes Verfahren einbringen.“ Die AWG schließt sich an. Für die Fortführung der aktuellen B-Planänderung gibt es fünf, dagegen vier Stimmen.

 Bei der Einwohnerversammlung am Mittwoch, 13. Juli, um 17.30 Uhr im Ratssaal (Thema Ortskern Stift) wird das Herrenhausprojekt erneut eine Rolle spielen.

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Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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