23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Modern kommt an

Eckernförde Modern kommt an

Am Automaten bildet sich eine Schlange. Eine nach der anderen – es stehen fast nur Frauen an – schiebt eine Chipkarte in den Schlitz, drückt mehrmals auf das Touchpad, schiebt die EC-Karte in einen anderen Schlitz und geht wieder. Alles dauert nur wenige Minuten, es geht schnell voran in der Schlange.

Voriger Artikel
Für ein prima Klima im Fitnessraum
Nächster Artikel
Das grüne Hemd verdient

Der neue Wohnmobilplatz der Stadtwerke am Kakabellenweg ist in diesen Wochen sehr gut frequentiert.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Währenddessen entsorgen zumeist Männer das Schmutzwasser, füllen frisches Wasser in den Tank und fahren das Wohnmobil bis zur Schranke vor. Es ist kurz vor zehn Uhr. Abreisezeit auf dem Wohnmobilstellplatz am Noor im Eckernförder Kakabellenweg, einem der wohl modernsten Stellplätze Norddeutschlands.

„Es ist spitzenmäßig hier“, sagt Uwe Klumker aus Hooksiel. Er sitzt mit seiner Frau vor seinem Wohnmobil in der Sonne. Zum zweiten Mal sind sie auf dem Stellplatz am Noor, dabei wurde dieser erst am 20. März eröffnet. „Ich hatte damals im Internet recherchiert und habe vom neuen Platz gelesen.“ Seine Frau Gisela ist in Eckernförde aufgewachsen. Deshalb kommen sie mehrmals im Jahr hierher. „Wir haben vorher immer auf dem alten Rumpelplatz gestanden. Das war kein Vergleich zu dem hier“, sagt der 70-Jährige und lacht.

Dass der alte Stellplatz nicht mehr den Bedürfnissen der Reisenden entsprach und etwas getan werden musste, war auch der Stadt Eckernförde bekannt. Beim Neubau setzten die Stadtwerke, Träger des Stellplatzes, auf modernste Standards. „So einen Platz baut man einmal und dann hat man ihn 40 Jahre“, erklärt Volker Carstensen, Prokurist und Technischer Leiter der Stadtwerke.

Auf dem neuen Areal gibt es ein modernes Sanitärgebäude mit Duschen, Toiletten, einer „Hundedusche“ sowie einer Küche. Sogar eine Waschmaschine und ein Trockner stehen zur Verfügung. Auch eine Station zur Entsorgung des Schmutzwassers und zum Auffüllen des Frischwassertanks gehört zur Ausstattung. Jeder Stellplatz hat einen eigenen Stromanschluss und Wlan-Empfang. Nutzen können die Urlauber alles über eine Chipkarte, die sie nach ihrer Anmeldung am Automaten erhalten. Auch die Abrechnung von Stromverbrauch und Übernachtungen läuft über den Automaten. Eine Nacht kostet pro Wohnmobil zwölf Euro Grundgebühr. Bezahlt wird ausschließlich bargeldlos. Einen Ansprechpartner vor Ort, der auch die Abrechnungen übernimmt, gibt es nicht. Das ist für manchen Urlauber zumindest gewöhnungsbedürftig.

„Wenn man alles einmal gemacht hat, ist das kein Problem mehr“, sagt Dirk Niehoff. Der 65-Jährige aus Burgdorf ist zum ersten Mal mit seiner Lebensgefährtin Annelie Graw in Eckernförde. Sie sind mit ihrem Wohnmobil in ganz Europa unterwegs. Vom Eckernförder Platz sind sie begeistert. „Die Lage, das viele Grün und die Ausstattung – das ist einfach toll“.

Und sie sind nicht als einzige begeistert: 8200 Besucher haben die Stadtwerke seit der Platzeröffnung gezählt. Das ist mehr als erwartet. „Wir hätten nicht gedacht, dass wir in der ersten Saison so eine Auslastung erreichen“, sagt Carstensen. Das Feedback der Besucher sei außerdem überwiegend positiv.

Dirk Niehoff und Annelie Graw werden heute noch weiterfahren. Zuvor müssen sie sich zum Auschecken in die Schlange am Automaten reihen. Aber nach zwei Nächten auf dem Stellplatz ist der Umgang mit der Chipkarte Routine. „Wir wissen jetzt auf jeden Fall, dass wir wiederkommen werden.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3