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Zwei Sammelunterkünfte mehr benötigt

Gettorf Zwei Sammelunterkünfte mehr benötigt

Wegen stark ansteigender Flüchtlingszahlen schlägt das Amt Dänischer Wohld jetzt Alarm. „Es herrscht akuter Handlungsbedarf“, berichtete Amtsdirektor Matthias Meins am Montag.

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Deutschunterricht für Flüchtlinge mit Ehrenamtlerin Heidi Siegmon (vorn): Amtsdirektor Matthias Meins, Sabine Axmann-Bruckmüller vom Flüchtlingsbeirat, Nina Michaely vom Ordnungsamt und Amtsvorsteher Kurt Arndt (hinten von links) schauten in der Unterkunft am Karl-Kolbe-Platz in Gettorf vorbei.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. Nach seiner Aussage reicht der angemietete Wohnraum zur Unterbringung der Asylbewerber nicht aus. Da etwa 75 Plätze fehlten, suche das Amt händeringend Unterkünfte für die Menschen aus Kriegs- und Krisenregionen.

„Wir müssen 50 Personen mehr unterbringen als nach der vorherigen Prognose gedacht“, rechnete Meins vor. Statt 124 würden dem Amt in diesem Jahr insgesamt 179 Flüchtlinge vom Kreis Rendsburg-Eckernförde zugewiesen. Seit der vergangenen Woche lägen der Verwaltung in Gettorf die neuen Zahlen vor. Der Amtsdirektor war deshalb mit Ordnungsamtsleiterin Nina Michaely zu einem Gespräch im Kreishaus. Ab dieser Woche sind laut ihrer Aussage 148 Flüchtlinge in Gettorf, Osdorf und Lindau untergebracht. Es handelt sich unter anderem um Menschen aus Syrien, Eritrea, Armenien, Iran, Albanien, Jemen und Afghanistan. „Selbst wenn wir keine Unterbringungsmöglichkeiten haben, werden uns weiter Flüchtlinge zugewiesen“, sagte Meins. So laute das Gesetz. Nina Michaely zufolge werden ab 14. September mittwochs und jeden vierten Freitag neue Asylbewerber in Gettorf eintreffen. Momentan verfüge das Amt über Sammelunterkünfte in Schinkelerhütten und am Karl-Kolbe-Platz in Gettorf sowie 17 Wohnungen.

„Es ist unglaublich schwierig vorherzusagen, wie viel Wohnraum wir letztlich noch benötigen“, räumte Meins angesichts steigender Prognosen ein. Nach seiner Einschätzung werden noch zwei weitere Sammelunterkünfte benötigt. Daher stehe das Amt mit Gebäudeeigentümern in Verhandlungen. Die Objekte befänden sich im Gewerbegebiet an der Felmer Straße in Osdorf und auf dem Bunkergelände in der Gemeinde Lindau. Meins: „Wir nehmen auch die Gemeinden mit ins Boot, sie haben die Planungshoheit.“ Erhalte das Amt grünes Licht, müssten die Gebäude noch umgestaltet werden. Schon vorher benötige das Amt dringend Mietwohnungen, um alle Flüchtlinge unterzubringen. „Wir wollen uns nicht ausmalen, dass Asylbewerber ankommen, wir aber keine Bleibe haben“, so Amtsvorsteher Kurt Arndt. Es gehe um Menschen, die verständlicherweise ihrer Heimat den Rücken kehrten. „Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht“, sagte der Gettorfer.

Ein dickes Lob galt dem ehrenamtlich tätigen Flüchtlingsbeirat, der Asylbewerber zum Einkaufen, bei Arztbesuchen oder Behördengängen begleitet. „Wir gelangen an unsere Grenzen“, sagt Christian Schnarke. Zum „harten Kern“ zählten etwa 30 Unterstützer, was nicht mehr ausreiche. „Es ist schwierig, neue Helfer zu finden“, so Beiratsmitglied Sabine Axmann-Bruckmüller. Wer also leer stehenden Wohnraum vermieten möchte, kann sich an das Amt wenden: Tel. 04346/91236.

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