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Revierleitung war „ein Glücksgriff“

Polizeichef geht Revierleitung war „ein Glücksgriff“

Gut 14 Jahre lang trug er die Verantwortung für bis zu 63 Polizeibeamte im Altkreis Eckernförde. Am Freitag, 30. Oktober, geht Wolfgang Petersen in den Ruhestand. Dass er sich 2001 für die Leitung des Eckernförder Polizeireviers entschieden hatte, bezeichnet er rückwirkend als „Glücksgriff“.

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„Der Schnack mit den Kollegen wird fehlen“, sagt Wolfgang Petersen.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Zu Beginn seiner Laufbahn lernte Petersen viele Ecken Schleswig-Holsteins kennen. Nach der Polizeiausbildung in Eutin war der gebürtige Maasholmer unter anderem beim 3. Polizeirevier in Kiel im Streifendienst tätig, bevor er den gehobenen Dienst anpeilte. In Flensburg übernahm er in verschiedenen Dienststellen die stellvertretende Leitung und bewarb sich schließlich nach Eckernförde. Eine eigene Revierleiterstelle – das war für Petersen die Krönung seines Berufswegs.

 Erfahrungen aus der stadtteilbezogenen Polizeiarbeit in Flensburg brachte er in Eckernförde mit ein. „Auch hier ist die Polizei möglichst nah am Bürger“, sagt Petersen. Gerade wenn es um Konflikte in Familie und Nachbarschaft, um häusliche Gewalt oder Jugendkriminalität gehe. Eine Zäsur war 2012 die Zusammenlegung der Zentralstationen Gettorf und Eckernförde zu einer Einheit. Das heutige Polizeirevier Eckernförde umfasst 63 Beamte und sechs Außenstationen in Altenholz, Schwedeneck, Gettorf, Ascheffel, Rieseby und Damp. Seit der Jahrtausendwende hatte es aber auch einen Aderlass an Ein-Mann-Stationen gegeben. So wurden Altenhof, Barkelsby, Waabs und Fleckeby aufgelöst.

 Rückblickend erinnert sich Petersen an manche Besonderheiten: Dass vor einigen Jahren beispielsweise in Rieseby in einer Auseinandersetzung um rechtsradikale Aktivitäten einmal eine Hundertschaft eine Demo begleiten würde, hätte er sich nicht träumen lassen. Ebenso aber auch das Kompetenzgerangel in Eckernförde zwischen Bahn und Land um die Sanierung des Knotenpunktes Bahnübergang Domstag.

 Unterm Strich ist die Sicherheitslage im Ostseebad entspannter als in Rendsburg, Kiel-Gaarden oder Neumünster. „Hier gibt es eine andere soziale Struktur“, sagt Petersen. Dennoch könne man nicht von heiler Welt sprechen. „ Einbrüche, Körperverletzungen, Sexualdelikte, Raub – das haben wir auch bei uns. Nur nicht in der Häufung.“ Bei den Ermittlungen sind die Aufgaben von Schutzpolizei und Kripo eng verzahnt. Deshalb ist es für den Revierleiter bedauerlich, dass seit diesem Jahr aus Platzgründen beide Bereiche räumlich getrennt sind. „Ich hoffe, dass Kripo und Schutzpolizei wieder an einem Ort zusammenrücken. Denn es geht auch um die Qualität der Arbeit.“ Dafür könnte sich Petersen die Landesliegenschaft des bisherigen Finanzamtes an der Bergstraße vorstellen. Die liege zwar nicht in der Innenstadt, sei aber auch nicht „aus der Welt“.

 Mit seinem Ruhestand freut sich der 60-Jährige jetzt auf mehr Zeit mit der Familie, den drei Kindern und sieben Enkelkindern. Der Maasholmer überlegt zudem, sich ein kleines Boot zuzulegen, um über die Schlei zu schippern. Doch eines wird er vermissen: „Den Schnack mit den Kollegen.“ Und anerkennend fügt er hinzu: „Die machen einen guten Job.“ Als Nachfolger übernimmt kommende Woche Ralf Lohmeyer die Leitung der Eckernförder Dienststelle. Er war bislang stellvertretender Revierleiter in Schleswig.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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