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Schmuddel-Problem vor der Kirche

Eckernförde Schmuddel-Problem vor der Kirche

Als „Schandfleck“ prangerte der Altstadtvereinsvorsitzende Günter Haß die Mülltonnen-Situation auf dem Eckernförder Kirchplatz an. Auch Bürger bemängeln die Abfallbehälter auf dem repräsentativen Platz an der St.-Nicolai-Kirche. Stadt, Kirchengemeinde und Abfallwirtschaft (AWR) Rendsburg-Eckernförde denken derzeit über eine Lösung des Schmuddel-Problems nach.

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Ein buntes Sammelsurium an Mülltonnen findet sich rund um den Kirchplatz. Jetzt wird nach Alternativen gesucht.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. „Das ist kein Zustand“, kritisierte die CDU-Fraktionsvorsitzende Katharina Heldt jüngst im interfraktionellen Arbeitskreis Innenstadt. Auch Bürger bemängelten in der vergangenen Ratssitzung die derzeitige Situation rund um die St.-Nicolai-Kirche. Die AWR bringt nun eine unterirdische Variante ins Gespräch.

 Knapp 40 Müllcontainer und -tonnen gruppieren sich derzeit rund um den Kirchplatz. Engagierte Bürger regten bereits an, als kurzfristige Abhilfe an der Rückseite des Ratskellers eine Sichtblende vor den Tonnen anzubringen, sowie die Abfallbehälter auf den Grünflächen des Kirchplatzes umzupflanzen, um sie optisch zu kaschieren. Ein „Verbrettern“ der Mülltonnen würde nach Ansicht von Bürgermeister Jörg Sibbel hingegen nicht die gewünschte Qualität bringen. Nach seinen Angaben laufen Gespräche zwischen Stadt und Kirche zur Umgestaltung des Platzes. Dabei werde auch die Müll-Situation diskutiert. In den Fokus rückt derzeit ein aktuelles Projekt der AWR für ein unterirdisches Abfallsammelsystem.

 Ein solches System haben sich die Abfallwirtschaftler aus Borgstedtfelde kürzlich im dänischen Sonderburg angeschaut. Das Prinzip: Große Metallbehälter werden in ein Betonbett drei Meter tief in die Erde abgesenkt. Oberirdisch sind nur die kleinen Einwurfboxen sichtbar. Für die Entsorgung werden die Metallbehälter ähnlich wie beim Altglas mit einem kleinen Kranausleger aus der Betonwanne herausgehoben und in den Transportwagen geleert. Alternativ zum Metallbehälter ist als günstigere Lösung auch ein fester Sack möglich. Sonderburg arbeitet mit beiden Systemen und hat nach Angaben von AWR-Geschäftsführer Ralph Hohenschurz-Schmidt gute Erfahrungen damit gemacht.

 Papier, Restmüll und möglicherweise auch Bioabfall könnten so im Erdreich bis zur Abfuhr verschwinden. Geruchsprobleme an den Einwurfboxen gibt es laut Hohenschurz-Schmidt nicht. Das hatte auch der Test in Dänemark ergeben. Die kühlere Temperatur im Erdreich von etwa acht Grad wirkt der Fäulnis entgegen. Auch in Kiel sind schon einige Systeme (mit Metallbehältern) in Gebrauch, in Altenholz ist eins beauftragt. Für die AWR ist die unterirdische Abfallentsorgung noch Neuland. In Eckernförde werden die Abfallwirtschaftler beide Systeme – Metallbehälter und Sack – im kommenden Umweltausschuss am 17. September vorstellen und verschiedene Finanzierungsmodelle erläutern. Sollte eine Lösung für alle Beteiligten passen, könnten die Mülltonnen auf dem Kirchplatz bald der Vergangenheit angehören.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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