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Flüchtlinge entdecken den Tümpel

Altenholzer Jugendzentrum Flüchtlinge entdecken den Tümpel

Ab und zu klackern leise die Billardkugeln im Altenholzer Jugendzentrum Tümpel. Im Hinterraum stehen Kani (17) und Abdul (17) am Spieltisch. Vom Sessel aus beobachtet Hazim (14) das Geschehen. Junge Zuwanderer entdeckten zunehmend den Tümpel im Ortsteil Klausdorf für sich.

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Spielen Billard im Jugendzentrum (v.l.): Abdul (17) aus Syrien, Kani (17) und Hazim (14), beide aus dem Irak; rechts Jugendpfleger Martin Greve.

Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

Altenholz. Alle drei sind junge Flüchtlinge. Abdul stammt aus Syrien, Kani und Hazim kommen „aus Kurdistan“, sagen sie, aus dem Irak. Junge Zuwanderer entdeckten zunehmend den Tümpel im Ortsteil Klausdorf für sich, erklärt Jugendpfleger Martin Greve, der Leiter des Jugendzentrums. „Ich habe ein bisschen Reklame gemacht“, sagt er. Dafür sei er auf den örtlichen Freundeskreis Asyl zugegangen. Kamen junge Flüchtlinge zuvor eher vereinzelt, nutzen sie nach Greves Angaben mittlerweile zunehmend das Angebot des Zentrums für offene Kinder- und Jugendarbeit; dazu gehört auch die Oase im Ortsteil Stift. „Einige Flüchtlinge kommen immer noch mit ihrem Betreuer, andere auch schon allein.“ Im Tümpel haben sie unter anderem die Chance, ganz unverbindlich andere Jugendliche kennenzulernen.

 Die drei Jungs beim Billard haben an diesem Nachmittag ihren Spaß. Abdul erzählt, dass er Freunde sucht: „Ich versuche, Kontakt zu anderen zu bekommen, um die Sprache besser sprechen zu lernen.“ Auch Kani ist aus diesem Grund hierher gekommen. Beide besuchen die zehnte Klasse der Gemeinschaftsschule Altenholz. Auch miteinander sprechen die drei Jungs beim Billard nur Deutsch. Hazim ist ein Sportfan, erzählt er: Der 14-Jährige spielt unter anderem Fußball beim TSV Altenholz. Dadurch habe er schon einige neue Leute, die von hier kommen, kennengelernt.

 „Jetzt ist die Chance auf Sieg“, sagt Martin Greve zu Kani. Heute wird die Billard-Variante 9-Ball gespielt. Und tatsächlich versenkt der 17-Jährige konzentriert die über entscheidende Kugel mit der Nummer neun in einer Tasche – gewonnen! Und gleich geht es weiter mit der nächsten Partie.

 Im Tümpel gibt es feste Programmpunkte, erklärt Greve, „aber ich will den Jugendlichen auch die Freiheit lassen, Aktivitäten zu entdecken“. Und der Sozialpädagoge sei auch „bereit zuzuhören“, falls zum Beispiel jemand mit schwierigen Erfahrungen Unterstützung braucht.

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Ein Artikel von
Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Redaktion Lokales Kiel/SH

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