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Flashmob für Flossenfreunde

Am Strand von Strande Flashmob für Flossenfreunde

20.15 Uhr, stockdunkler November, Schauerböen peitschen über den Strand. Aber es gibt Lichtblicke: Meeresleuchten. In Strande brachten 69 Taucher aus ganz Deutschland die Nacht zum Leuchten und die Augen zum Strahlen. Divers Night ist heute, internationale Nacht der Taucher. Der Flashmob für Flossenfreunde.

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Divers Night in Strande 2015: Mit 69 Tauchern aus ganz Deutschland ist der Treff weltweit der Spitzenreiter bei diesem ungewöhnlichen Flashmobs

Quelle: Cornelia D. Müller

Strande.  Divers Night ist heute, internationale Nacht der Taucher. Der Flashmob für Flossenfreunde. Seit 2005, auf eine Idee von Norwegern zurückgehend, tauchen Unerschrockene weltweit am ersten November-Sonnabend gleichzeitig ab. Zum vierten Mal ist der Strand zwischen Strande und Kiel-Schilksee, an dem sonst Katamarane starten, einer der vier deutschen Treffpunkte – und mit dieser Teilnehmerzahl international der Spitzenreiter. Auch Surendorf mit elf Beteiligten und Kellinghusen mit fünf liegen in Schleswig-Holstein. Sechs Taucher gehen in Bruchsal bei Karlsruhe einem See auf Grund.

 Stefanie Mädlow rückt die Haube ihres Neoprenanzugs zurecht. Sie ist eine der wenigen, die ohne den besser vor der Kälte schützenden Trockenanzug in die Fluten steigt. „Macht nichts“, sagt die junge Frau aus der Nähe von Bargteheide. „Ich habe kein Trocken-Outfit, unter dem man Thermowäsche trägt. Aber mein Anzug ist sieben Millimeter dick, und ich habe noch den Shorty drunter.“ Die Organisatoren Boris Müllenbach und Torsten Voss aus Neumünster und Boostedt nicken aufmunternd. „Bis zu 45 Minuten hält man es bei zwölf Grad Wassertemperatur auch in Neopren aus. Im Trockenzeug bleiben die Leute heute bis zu anderthalb Stunden unten.“

 Als Verantwortliche müssen die beiden passionierten Wracktaucher an Land bleiben. „Schade. Heute leuchtet das Meer von selbst“, erläutern sie denen, die inzwischen aus ganz Norddeutschland und sogar aus Wuppertal eingetroffen sind und sich in die Anzüge zwängen. „Das Meeresleuchten, das winzige Algen verursachen, wenn man durchs Wasser gleitet, ist im November faszinierend.“ Unten am Strand setzen jetzt starke Schauer ein. In Vorfreude auf die „traumhafte Stille und die Tierwelt, die nachts so anders ist“, strahlen alle Augen. Strandes Bürgermeister Holger Klink (CDU), verzaubert von dem im Schein der Tauchlampen grün schimmernden Wasser, zieht die regennasse Jacke fester. Lisander aus Schilksee, mit elf Jahren jüngster Teilnehmer, lächelt ihm zu. Er hat es da viel besser: Er darf mit Neoprenanzug und Taucherbrille im seichten Wasser mitmachen. „Nächstes Jahr bin ich wieder dabei“, schwärmt er, als die Mutter ihn nach 15 Minuten glücklich in Empfang nimmt. „Dann tauchen wir um 20.16 Uhr ab, passend zur Jahreszahl.“

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