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„Wir brauchen Licht, Licht, Licht“

1. Kieler Lichtspiel „Wir brauchen Licht, Licht, Licht“

Zwölf Projektoren, jeder von ihnen so groß wie ein Kühlschrank, sollen im November das Rathaus erleuchten. Übereinander gestapelt auf einem großen Gerüst sollen die Hochleistungsgeräte beim Kieler Lichtspiel dafür sorgen, dass die Animationsfilme an der Rathausfassade auch aus der letzten Reihe noch genau zu erkennen sind.

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Sie wollen das Kieler Lichtspiel mit ihrem technischen Know-how unterstützen: Mario Göhring (links) und Uwe Bock.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Dass die riesigen Projektoren auch das richtige Licht erzeugen, darum kümmert sich die Firma avt plus media service GmbH aus Kiel. „Wir hätten auch kleinere Projektoren nehmen können. Aber dann hätte man gar nichts gesehen“, erläutert Uwe Bock, Vertriebsleiter bei avt plus. 70000 Euro koste jeder Projektor, erläutert Bock. „Die müssen besonders lichtstark sein. Denn für die Aktion im November brauchen wir Licht, Licht, Licht.“ Vier Projektoren besitzt avt plus, die restlichen acht müssten gemietet werden.

Das Kieler Technologieunternehmen avt plus versorgt unter anderem bei Spielen des THW in der Ostseehalle die Zuschauer auf den großen LED-Leinwänden mit dem richtigen Bild, auch bei Spielen von Holstein Kiel und dem HSV kümmert es sich um das Stadion-TV. Beim Kieler Lichtspiel ist avt plus für die technische Umsetzung des Projektes zuständig. Es soll dafür sorgen, dass alle zwölf Projektoren aufeinander abgestimmt und mit dem Computer verbunden sind, der die Filme abspielt und auch dafür, dass der Ton einwandfrei zu hören ist. „Wir kümmern uns darum, dass alle Kabel richtig gesteckt sind. Außerdem bringen wir alles mit – von den Projektoren bis zu den Kabelmatten, damit niemand stolpert“, sagt Bock.

Beim Kieler Lichtspiel sollen am 5. und 6. November vier kurze Animationsfilme an die Fassade des Kieler Rathauses projiziert werden, die von zwölf FH-Studenten konzipiert wurden. Das Besondere an den Filmen ist, dass sie die Rathausfassade nicht nur als Leinwand nutzen, sondern diese aktiv einbeziehen – Videomapping heißt diese Technik. Finanziert werden soll das Lichtereignis über Crowdfunding, Spenden aus der Bevölkerung. Noch bis zum 2. Juni können Spenden online oder in bar bei der Tourist-Information abgegeben werden.

Uwe Bock ist begeistert von der Idee des Kieler Lichtspiels. „Das ist eine Gelegenheit, um zu zeigen, was in Kiel technisch möglich ist.“ Er hat das Projekt von Anfang an begleitet. 2014 hat er auf einer Geschäftsreise in Hongkong einen Projektplaner aus Bremen kennengelernt, der mit seiner Firma Urban Screen schon viele Videomapping-Projekte an Bauwerken in Metropolen weltweit realisiert hat. Zurück in Kiel hat Bock den Kontakt zwischen Kiel Marketing, die schon zuvor über die Möglichkeit von Videomapping mit avt plus gesprochen hatten, und Urban Screen hergestellt. „Wir haben von Anfang an daran geglaubt, dass ein solches Projekt in Kiel umsetzbar ist“, sagt Bock.

Auch Mario Göhring ist fasziniert von der Videomapping-Idee am Kieler Rathaus. „Die Studenten haben die Fassade ernst genommen. Das ist nicht irgendeine Leinwand, da steckt viel mehr dahinter“, sagt der Redakteur bei Joker Pictures, Produktionsfirma und Schwestergesellschaft von avt plus. Um das Lichtspiel zu unterstützen, hat Joker Pictures einen Film über das Projekt gedreht, der unter anderem auf der Homepage von Kiel Marketing zu sehen ist. „Wir wollten damit zeigen, was sich hinter dem Kieler Lichtspiel verbirgt und wie es aussehen würde, wenn es umgesetzt wird. Man kann es sich ja sonst immer so schlecht vorstellen, wenn man das nicht selber sieht.“ Wichtig sei ihnen dabei gewesen, die kreativen Köpfe hinter den Filmen vorzustellen, die FH-Studenten also. „Das ist ja das Tolle, dass das alles von Studenten entwickelt wurde und nicht von irgendwelchen höheren Institutionen“, erzählt Göhring begeistert. Wenn das Kieler Lichtspiel umgesetzt wird, wollen er und sein Team das Projekt weiter filmisch begleiten und einen Making-Of-Film drehen. „Wir wollen zeigen, wie alles umgesetzt wurde, wer miteinander kooperierte und vor allem, was dabei herausgekommen ist.“ Dabei denken sie auch an eine Fortsetzung des Lichtspiels, sagt Göhring. Das müsse ja kein einmaliges Ereignis bleiben.

 Crowdfunding: Sie machen das Kieler Lichtspiel möglich

„Kultur braucht Unterstützung“ – damit möchte Komödianten-Chef Markus Dentler die Kieler dazu aufrufen, beim Crowdfunding für das 1. Kieler Lichtspiel mitzumachen. Er wirbt gemeinsam mit anderen prominenten Kielern für das Animationsprojekt von Studenten der Fachhochschule Kiel. Mehrere animierte Videos wollen die Studierenden am 5. und 6. November auf die Fassaden rund um den Kieler Rathausplatz projizieren.

Doch um dieses Open-Air-Kino der ganz besonderen Art für die Kieler realisieren zu können, muss erst die Finanzierung stehen. Insgesamt 100000 Euro wird das Projekt kosten, davon werden 40000 Euro von Sponsoren übernommen. Die fehlenden 60000 Euro sollen über das Crowdfunding zusammenkommen. Bis zum 2. Juni können Sie noch Geld spenden, um die Aktion zu unterstützen. Möglich ist das bargeldlos über www.startnext.com/kieler-lichtspiel, wenn Sie in bar bezahlen wollen, können Sie Ihre Spende in der Tourist-Information in der Andreas-Gayk-Straße 31 abgeben. So können Sie beispielsweise für neun Euro einen eigenen Pixel, also einen kleinen Bildausschnitt oder für 19 Euro eine individuelle Leuchtbemalung erwerben.

Auch Klima-Experte Mojib Latif und Stadtpräsident Hans-Werner Tovar werben für das Projekt. „Stärken Sie das Wir-Gefühl und erfreuen Sie sich, wenn ein Event entsteht, das Sie ermöglicht haben“, ruft Tovar die Kieler zum Spenden auf. Und auch KN-Chefredakteur Christian Longardt würde sich über eine Realisierung des Lichtspiels freuen: „Schon das Festival of Lights vor zwei Jahren war ein toller Anblick, ich würde mich freuen, wenn das Rathaus erneut zur Riesenleinwand werden würde.“ Sollte das Projekt nicht zustandekommen, erhalten Sie auf jeden Fall Ihr Geld zurück. Von Imke Schröder

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Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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Vermutlich wissen Sie auch nicht genau, was sich hinter dem Begriff Crowdfunding verbirgt. Kein Wunder: Das recht junge Instrument, Projekte oder Firmengründungen kurzfristig und zweckgebunden über das weltweite Netz zu finanzieren, ist noch weitgehend unbekannt.

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