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Symbolik voller Weisheit fürs Leben

1. Kieler Märchentage Symbolik voller Weisheit fürs Leben

Beim Blick aus dem Fenster des Literaturhauses fiel der Blick abends auf den Mond, vormittags auf wirbelnde Schneeflocken. Genau die richtige Kulisse für die Kieler Märchentage, an denen vier Erzähler das „Tor zu einer anderen Welt“ öffneten und manch Elf und Fee willkommen hießen.

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Märchen müssen erzählt werden: Brigitte Harkou hat die Märchentage mitorganisiert, als Erzählerin weiß sie, wie sie ihre Zuhörer wie Inga (12, links) und Linnea (8) in den Bann ziehen kann.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. „Die Idee für die Kieler Märchentage habe ich schon lange, es gibt so etwas ja bereits in Schleswig und Lübeck. Mir fehlte nur noch der richtige Anstoß“, erklärte die Erzählerin Brigitte Harkou. Und den bekam sie von der ehemaligen Redakteurin Silvia Kersten-Strecker. Die beiden organisierten nun die ersten Märchentage in Kiel, die unter der Schirmherrschaft des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes standen – und sowohl für kleine als auch große Märchenfans im ausverkauften Literaturhaus am Alten Botanischen Garten ein Genuss waren.

 Von klassischen Märchen bis zu schottischen Mythen und selbstverfassten Texten: Bei den drei professionellen Erzählerinnen Brigitte Harkou, Christiane Delfs-Findeisen und Angelika Schwarz sowie dem Autor Klaus Michelsen ging es am Sonnabend für die Großen um eine Skelettfrau, um Medusa sowie um einen Spiegel, der ins Jenseits führt. Für den Nachwuchs am Sonntagvormittag waren die Märchen etwas weniger gruselig, aber mit Rumpelstilzchen, Elfenmädchen und den drei Federn nicht weniger spannend.

 „Die Märchentage bereichern unsere Kulturlandschaft“, betonte Staatssekretär Eberhard Schmidt-Elsaeßer. Jedes Märchen habe ein gutes Ende. Das sei im Leben nicht immer so. „Aber wir können aus Märchen viele wertvolle Erkenntnisse für unser Leben gewinnen“, sagte er. Für Jörn Biel, Präsident des Heimatbundes, sind „Märchen auch Heimat“: „Man verbindet sie mit den Menschen, die sie einem vorgelesen haben.“ Das seien oft die Großeltern. Apropos Großeltern, eigentlich sollte Stadtpräsident Hans-Werner Tovar Grußworte sprechen, doch er wurde am Wochenende Opa und so sprang Stadtrat Gerwin Stöcken ein. Und der erinnerte sich an die 70er-Jahre, als heftige Debatten über Märchen wegen ihrer Gewalt und hinterwäldlerischen Ideen geführt wurden.

Märchen-Liebhaber

 Im Publikum saßen bekennende Märchen-Liebhaber. Bettina Uhlich erinnert sich, dass sie als Kind die Geschichten auf Europa-Schallplatten hörte, wenn niemand zum Vorlesen da war. Auch heute noch fühle sie sich von Märchen und ihrer Symbolik angezogen. Das sieht die junge Generation ähnlich: Obwohl sie schon zwölf Jahre alt ist, liest Inga manchmal Märchen, besonders Rapunzel hat es ihr angetan. Die achtjährige Linnea erinnert sich gerne daran, wie die Eltern ihr früher vor dem Einschlafen vorgelesen haben.

 Zum Erfolg der Märchentage gehörte vor allem die Kunst der freien Erzähler. „Nun werden wir auswerten und überlegen, ob wir die Märchentage im nächsten Jahr ausweiten: verteilt auf mehrere Tage und mit noch mehr professionellen Erzählern, von denen es viele hier oben gibt“, erklärten Brigitte Harkou und Silvia Kersten-Strecker. Der Bezug zum Norden und Kiel soll bleiben.

 Deshalb würden sich die beiden über Sagen aus und über Kiel freuen, aber auch über eigene Märchen, die zu Papier gebracht wurden und erzählt werden wollen. Sie können an per E-Mail an Brigitte Harkou (bharkou@yahoo.de) geschickt werden.

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