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Ein Fest für Landratten und Seebären

110. Geburtstag Ein Fest für Landratten und Seebären

Das Dampfschiff „Bussard“ und der Traditionssegler „Zuversicht“ wurden beide 1905 gebaut. Am Sonnabend, 26. September, wird der 110. Geburtstag dieser beiden ganz verschiedenen Schiffe gefeiert. Das Fest beginnt um 13.10 Uhr am Sartorikai vor dem Schifffahrtsmuseum.

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110 Jahre Seefahrtsgeschichte: Das Dampfschiff „Bussard“, ein Tonnenleger, liegt an der Museumsbrücke am Kieler Schifffahrtsmuseum.

Quelle: Karin Jordt

Kiel. Von 14 bis 18 Uhr folgt ein buntes Programm für Landratten und Seebären, für Groß und Klein mit Musik, Open Ship, Bootsmannsprüfung, Kohleschippen an der Dampfmaschine, einer maritimen Ausstellung sowie Essen und Trinken. Um 16 Uhr wird mit einem Glas Sekt auf die Jubilare angestoßen. Die beiden „old Ladys“ der Seefahrt verbindet auch, dass sie zwei Weltkriege überstanden, Eigner und Heimathafen wechselten und schließlich außer Dienst gestellt wurden, weil modernere Technik auf dem Wasser die Aufgaben erfüllen konnte. Doch Vereine mit engagierten Ehrenamtlichen sorgen heute dafür, dass die Zeugen der Seefahrtsgeschichte weiter in den Wellen unterwegs sind.

 Der Marstalschoner „Zuversicht“ ist ein Relikt aus der Blütezeit der dänischen Handelsflotte, die vor allem in Marstal auf der Insel Ærø stationiert war. 1905 in Nyborg aus Eichenholz gebaut, wurde die „Zuversicht“ – damals unter dem Namen „Else“ – als Frachter und Steinfischer in der Ostsee eingesetzt. Die Steine wurden vom Meeresgrund geholt und als Hafenmole wieder abgeladen. Das war schwere Arbeit für Schiff und Mannschaft. Nach zahlreichen Umbauten und verschiedenen Einsatzgebieten wurde der 30 Meter lange Zweimaster ab 1980 restauriert, original getakelt, zum Jugendschulschiff umgebaut und vom neuen Eigner nach Eckernförde gebracht.

Der Kieler Verein Jugendsegeln erwarb den Schoner 2001 und fährt seitdem vor allem mit Gruppen, zum Beispiel von Kirchengemeinden, Firmen oder Pfadfindern. „Man kann das Schiff mit Crew mieten“, erzählt Anna Düring, Vorsitzende des Vereins. „Wir arbeiten alle ehrenamtlich.“ An Bord gibt es 17 Kojen für Mitsegler. Zum Konzept gehört, dass Jugendliche nicht als Passagiere gemütlich die Füße hochlegen, sondern anpacken und lernen, zusammen ein Ziel zu erreichen. Alle helfen mit, wenn es heißt: Leinen los und Segel setzen. Auf einem Schiff kann man nicht einfach nach Hause gehen, wenn man keine Lust mehr hat. So werden Teamgeist und Selbstbewusstsein gestärkt, wenn „aus einem Haufen Menschen eine Gruppe wird“, wie die Vorsitzende berichtet. Bis 31. Oktober segeln die Skipper mit verschiedenen Mannschaften, dann wird das Schiff abgetakelt und über Winter unter Planen im Germaniahafen in Ordnung gebracht. Wer Lust hat zu helfen, kann sich gern beim Vorstand melden.

Das Dampfschiff „Bussard“ wurde auf der Meyer-Werft in Papenburg gebaut und zunächst in Sonderburg als Tonnenleger stationiert. 224000 Goldmark mussten für das Spezialschiff bezahlt werden. Als der Tonnenhof 1919 nach Kiel verlegt wurde, zog auch die „Bussard“ mit um. Ihre Hauptaufgabe war, Tonnen in der Ostsee auszulegen, einzuholen oder zu bergen, bis sie 1979 außer Dienst gestellt wurde. Der 40,6 Meter lange Oldtimer gehört heute zur Museumsflotte des Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseums. Er wird vom „Verein Dampfschiff Bussard“ betrieben und erhalten. Das Unikat ist weltweit der einzige noch fahrende Tonnenleger mit Dampfmaschine. Gäste der Geburtstagsfeier dürfen einen Blick in den Maschinenraum werfen. Auch die „Zuversicht“ und die Kieler Hansekogge können an dem Nachmittag besichtigt werden.

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