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Lizenz zum gemeinsamen Groove

Kulturforum Lizenz zum gemeinsamen Groove

Beim 12. Groovefabrikfestival im Kulturforum in Kiel haben junge Talente ihr erstaunliches Können unter Beweis gestellt.

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Lieh Betles wie dem Swing ihre Stimme: Sängerin Amelie mit der groovenden Bigband.   

Quelle: Michael Kaniecki

Kiel. „You Have To Fight - For Yor Right - To Party“, rappten einst die Beastie Boys. Wenn Sänger Cedric, einer der rund 30 Schülerinnen und Schüler der Kieler Musikpädagogen Mathias Lehfeldt, Michael Kern und Stefan Aschermann, die beim 12. Groovefabrikfestival im vollbesetzten Kulturforum ihr trotz Jugend bereits beachtliches Können zeigten, den ollen Sponti-Spruch mit Verve shoutet, ist klar, dass die Youngsters die Lizenz zum Groove längst haben.
 
Die zum Komponieren nicht minder, denn Singer/Songwriterin Laila stellt mit „Love Is Over“ und „Someday“ gleich zwei ihrer handgemachten Lieder vor, die alles haben, was ein Pop-Song von rockig bis lyrisch braucht. Oder auch weltschmerzenden Groove, wie ihn Kollegin Emma bei deren Cover von Phillipp Poisels „Wie soll ein Mensch das ertragen?“ zelebriert. Überhaupt ziehen in der Groovefabrik die jungen Musikerinnen einverstanden am gleichen groovenden Strang. Keiner wandelt da nur für sich allein auf Solo- oder gar Casting-Show-Pfaden, sondern die Solisten fügen sich organisch in den gemeinsamen Groove. Wenn auch Lead-Gitarrist Mats im Blues-Klassiker „Everythings Gonna Be Allright“ das mit Szenenapplaus dekorierte Zeug zum den Kinderschuhen lang entwachsenen Selbstgänger hat. Wäre da nicht auch noch Sängerin Sandy, die mit ihrer vom Timbre her bereits voll ausgebildet erscheinenden Stimme auch „Crossroads“ eine Schwärze verleiht, die sich selbst auf größeren Bühnen nicht verstecken müsste.
 
Dass der Groove bei so jungen und doch schon gereiften Talenten auch mal etwas lampenfiebrig „stottert“ wie in Beatles’ „I Feel Fine“, ist mehr als verzeihlich, denn es geht hier weniger um Perfektion als den unbedingten Willen zum Groove, zumal dieser in größerer Besetzung wie in Lennon/McCartneys „Blackbird“ umso leichter schwebend swingt. Apropos: Neben dem Groove kommen mit der Bigband und Sängerin Amelie nämlich auch melodischer Swing und von kraftvollen Bläsern („fett“ strahlendes Blech und eine sonore Saxofon-Batterie) angeheizter Funk ins Spiel, von rockiger Fusion nicht zu schweigen. Michael Bublé („Everything“) und Stevie Wonder („Too High“) sind hier die Stichwortgeber für einen Groove, der bei den Youngsters bereits mit allen Wassern gewaschen ist und kein Kind mehr mit dem bluesigen Bade ausschüttet. So macht der Abend, der durch die vielen schnellen Wechsel etwas zerfasert wirkt – aber es gilt eben, eine ganze Garde junger Talente zu präsentieren –, rundum Freude – und Hoffnung auf die kommende Kieler Groove-Szene.

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