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20 Jahre ganz großes Kino an der Hörn

CAP 20 Jahre ganz großes Kino an der Hörn

Als das Cap 1995 in Kiel eröffnet wurde, galt es als das erste Erlebniszentrum seiner Art in Europa. Eine Schlemmer- und Kneipenmeile, die rundeste Disko Deutschlands, das Intercity-Hotel mit 244 Betten und das Cinemaxx mit 3100 Plätzen in zehn Kinosälen. 20 Jahre später scheint das Konzept immer noch zu greifen.

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Das Cap, das sich jetzt als Kai City Center bezeichnet, liegt direkt an der Hörn, in unmittelbarer Nähe vom Hauptbahnhof, des Hafens, der Fährterminals und des Einkaufszentrums Sophienhof.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Henning Puls vom Werberat sieht die Zukunft des Zentrums ebenfalls optimistisch. Nach 779 Tagen Bauzeit war 1995 auf Grundstücken der Deutschen Bahn AG und der Deutschen Bundespost das Cap-Gebäude mit einem Bauvolumen von 82 Millionen D-Mark entstanden. Mit dem Cap, das direkt vom Hauptbahnhof zu erreichen ist, verbanden sich von Seiten der Stadt große Erwartungen: So lobten der damalige Oberbürgermeister Otto Kelling und Stadtpräsidentin Silke Reyer (beide SPD) das Zentrum als neuen Meilenstein für die Stadtentwicklung, da ansonsten noch weitgehend Brache rund um die Hörn herrschte: „Wir freuen uns auf mehr Leben an der Hörn, mehr Übernachtungs- und Tagungsmöglichkeiten, mehr Kinovergnügen in Kiel.“ Die Stärkung des Wirtschaftsstandortes werde allen Kielern zugute kommen. Bauherr Falk Brückner nannte das Projekt, das mit dem Titel „Cap der neuen Freizeit“ an den Start ging, auch ein „Cap der guten Hoffnung“: „Hier können sich die Menschen Träume erfüllen, die sie im Hinterkopf haben. Wir wollen hier den Kielern und den Umland-Bewohnern neue Alternativen für die Freizeit aufzeigen.“

 So manche Hoffnung erfüllte sich jedoch zunächst nicht. Betreiber Hans-Joachim Flebbe fiel nach einem Höhenflug als Nummer eins im deutschen Kinomarkt wenige Jahre nach der Eröffnung seines bundesweit vierten Cinemaxx in Kiel in ein tiefes Nachfrageloch. Hatte Flebbe anfangs noch mit ein bis 1,2 Millionen Besuchern im Jahr kalkuliert, waren es im Jahr 2004 etwa 615000. Doch mit einem neuen Partner an Bord startete er dann durch und sah zum zehnten Geburtstag seine Kinowelt wieder auf einem soliden Fundament.

 Bis heute ist das Cinemaxx die Hauptattraktion im Cap, die gleich zwei Jubiläen zu feiern hat: Neben dem 20. Geburtstag des Erlebniszentrums steht auch das 25-jährige Markenjubiläum mit dem Versprechen „Mehr an Kino“ an. Für den heutigen Kieler Cinemaxx-Geschäftsführer Carsten Horn Anlass zur Freude: Mit der Ladies’ Night verzeichnet Kiel die stärksten Besucherzahlen der gesamten Kette. Live-Übertragungen aus Opernhäusern haben demnach wie Rock- und Pop-Konzerte sowie Fußballspiele eine Fangemeinde gefunden.

 Als das Cap im März 1995 startete, gab es etwa 20 Restaurants, Kneipen und Cafes. Etliche von ihnen wie Pizza Hut, Cabana Rodizio oder McDonald’s waren schon von Beginn an dabei. Andere kamen neu dazu wie die Cafebar Hendrix, die Henning Puls vor sieben Jahren eröffnete. Während es derzeit keine Diskothek mehr im Cap gibt, zieht die Fun-Fabrik mit 16 Bowlingbahnen neue Gäste an. „Wir haben eine stabile Besucherentwicklung“, sagt er: Schwung hätten auch der Umbau und interessante neue Mieter wie das Fitnessstudio „Kiels“ (seit 2013) gebracht. Damit sei es gelungen, „das alte Image, ein eher hässlicher Betonklotz in einer eher schmuddeligen Bahnhofsnähe zu sein, abzulegen“.

 An der Architektur mit bunten Farben und verschiedensten Elementen schieden sich von Beginn an die Geister: Was für manche modern daher kommt, kritisieren andere als kalt und ungemütlich. „Als Stadtbaurat läuft mein Herz nicht unbedingt über“, räumt der 2006 nach Kiel gewechselte Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne) unumwunden ein, dass eine qualitativ höherwertige Architektur in dieser prominenten Lage „unbedingt notwendig“ gewesen wäre. Städtebaulich sei es aber richtig gewesen, die im Cap untergebrachten Nutzungen in der City und unmittelbarer Nachbarschaft zum Hauptbahnhof anzusiedeln. Die zwischenzeitlichen Revitalisierungsmaßnahmen hätten dem Zentrum ebenfalls gut getan, meint Todeskino und gratuliert „herzlich“ zum wirtschaftlichen Erfolg in den vergangenen 20 Jahren. Zu dem trägt offenbar auch die Entwicklung an der Hörn bei: Neben dem Cap entstand das B&B-Hotel, ein Drei-Sterne-Hotel ist ein Stück weiter geplant. Daher versteht sich das Cap heute als „Kai City Center, ein Erlebnis- und Begegnungszentrum für Groß und Klein“, eines, das nach eigenem Werbeslogan glücklich machen soll.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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