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Rekord-Reparatur für die „Gorch Fock“

Interaktive Grafik Rekord-Reparatur für die „Gorch Fock“

Wird die Überholung der „Gorch Fock“ zu einer unendlichen Geschichte? Die Nachricht, dass nun auch Schäden am Oberdeck entdeckt wurden, hat am Mittwoch für Unruhe gesorgt. Diese zweite große Baustelle – neben der Erneuerung der Masten – bringt den Zeitplan vollends durcheinander.

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 Die Rückkehr des Segelschulschiffs «Gorch Fock» aus der Werft verzögert sich weiter.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Kiel. Die Zwangspause für das Segelschulschiff verlängert sich von drei auf nun möglicherweise 18 Monate. Die Kosten dürften die Grenze von zunächst geplanten 20 Millionen Euro überschreiten. Klar ist, dass es sich nach Abschluss aller Reparaturen um die teuerste Werftzeit in der Geschichte des 1958 in Dienst gestellten Schiffes handelt.

 Die Marine hält dennoch an der „Gorch Fock“ fest. „Ein Ersatz steht nicht zur Diskussion“, heißt es dort. Auch der Wehrbeauftragte des Bundestages, der Kieler SPD-Politiker Hans-Peter Bartels, sieht keinen Grund, über eine Veränderung oder gar einen Abschied von der „Gorch Fock“ nachzudenken. „Das Ausbildungskonzept hat sich bewährt und ist von großer Bedeutung für die Marine“, sagte Bartels unserer Zeitung. Tatsache ist, dass sich frühere Wehrbeauftragte mit ganz anderen Problemen konfrontiert sahen. Die harten Bedingungen an Bord des Schulschiffes führten immer wieder zu Eingaben. „Diese Probleme wurden abgestellt“, so Bartels.

 Wie das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr mitteilte, wurden seit 2008 rund 30 Millionen Euro in das Schiff investiert. Wie berichtet waren die aktuellen Schäden im Rahmen der Schiffbaulichen Untersuchung, einer Art Schiffs-Tüv, festgestellt worden. Zunächst fielen im Mai alle drei Masten durch den Test. Der Ersatz ist noch nicht bestellt. „Es gab keine Pläne mehr dafür. Die für den Bau erforderlichen Unterlagen mussten erst angefertigt werden“, erklärte Kurt Wiechmann von der Elsflether Werft. Nun kam das Deck dazu. Viele der für die Stabilität wichtigen Stahlträger müssen erneuert werden. Wie viele es genau sind, ist noch nicht klar.

 Kommandant Nils Brandt kann der vertrackten Lage dennoch etwas Positives abgewinnen. Er betont, dass die Schiffbauliche Untersuchung im kommenden Jahr ohnehin notwendig gewesen wäre. Durch das Vorziehen der umfangreichen Instandsetzung spare man „Zeit und Geld“, sagte er. Erklärtes Ziel sei jetzt, dass die rundum erneuerte Bark dann bis 2020 nicht mehr in die Werft muss.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Kommentar

Wird die „Gorch Fock“ zur Dauerbaustelle? Es mag so erscheinen. 30 Millionen Euro kostete die Instandhaltung des 89 Meter langen Schiffes seit 2008. Jetzt kommen vermutlich noch einmal mehr als 20 Millionen dazu – genau wird man das erst wissen, wenn die Untersuchungen abgeschlossen und die Aufträge ausgeschrieben sind.

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