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Nachwuchs ist heiß begehrt

25. Firmenkontaktmesse Nachwuchs ist heiß begehrt

Klappern gehört zum Handwerk. Und zur Technik. Heftig umworben waren beim Firmenkontakttag der Fachhochschule Kiel alle Studierenden, die etwas mit IT oder Ingenieurwissenschaften am Hut haben. Eine Nachfrage, die in der Geschichte dieser zum 25. Mal ausgerichteten Jobmesse nicht immer gegeben war.

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Dennis Müller (links) von der Gebrüder Schröder GmbH zeigt FH-Präsident Prof. Udo Beer und Wissenschaftsministerin Kristin Alheit, was es mit der berühmten Amboss-Schere seiner Firma auf sich hat.

Quelle: Martin Geist

Neumühlen-Dietrichsdorf. Gerade mal zwölf Unternehmen wagten sich im Jahr 1992 zum ersten Firmenkontakttag, berichtete zur Eröffnung Christin Faißt vom studentischen Organisationsteam, dem diesmal 15 überwiegend weibliche Mitglieder angehörten. In den allertrübsten Zeiten fanden sich laut FH-Präsident Prof. Udo Beer sogar nur vier Betriebe. Dass nun erstmals mehr als 100 regionale wie überregionale Unternehmen Präsenz zeigten, beweist für ihn: „Der Arbeitsmarkt hat sich erheblich gedreht.“

 Yannick Hofschneider und Jannis Kinder, Maschinenbaustudenten im fünften Semester, bestätigen das in aller Entspanntheit. Sind Sorgen um die berufliche Zukunft angesagt? „So wie’s aussieht nicht“, grinst Kinder. Vielmehr können sich die jungen Männer ihren ersten Job in aller Ruhe aussuchen. Beide zieht es in Richtung Konstruktion und Entwicklung. Und sie erhoffen sich von der Messe Kontakt zu Firmen, „die man noch gar nicht auf dem Zettel hatte“, wie es Hofschneider formuliert.

 Gut möglich, dass aus einem dieser Kontakte mehr wird. Dennis Müller studierte bis vor vier Jahren ebenfalls an der FH Kiel und entdeckte bei einem Firmenkontakttag die Gebrüder Schröder GmbH, die seit fast 100 Jahren professionelle Schneidewerkzeuge herstellt und mit ihrer Amboss-Schere „Löwe“ Weltmarktführer ist. Nur wissen muss man das – genau aus diesem Grund ist Müller froh, dass es diese FH-Messe gibt. Der 30-Jährige ist inzwischen Technischer Leiter in dem Kieler Betrieb und fühlt sich auch in seiner ungewöhnlichen Situation als Nachwuchswerber wohl. Beliebt ist der Einstieg über eine im und mit dem Unternehmen verfasste Bachelor-Thesis. Und wenn’s dann passt, wird immer mal wieder mehr draus.

 Genau in diesen Tagen ist das auch bei Nord Drivesystems der Fall. Die Bachelor-Arbeit eines Kieler FH-Studenten mündete direkt in eine Festanstellung bei dem Spezialisten für Antriebstechnik. Als „sehr gut“ bezeichnet Personalreferent Felix Zahn die Erfahrungen mit dieser Hochschule und speziell mit dem Firmenkontakttag. Häufig findet der Betrieb, der weltweit 3300 Mitarbeiter beschäftigt und davon 820 am Hauptsitz Bargteheide, auf dieser Kooperationsschiene dringend benötigte neue Kräfte. Projektmananager, Konstrukteure, Softwarespezialisten, der Bedarf an Höherqualifizierten ist groß und wird in dieser wachstumsträchtigen Branche noch größer.

 Was beim Kieler IT-Dienstleister Consist nicht anders aussieht. Etwa 30 Neue wurden dieses Jahr eingestellt, unter teils erheblichen Mühen. Die FH-Jobmesse hat sich unter diesem Aspekt bisher stets gelohnt. „Die Erfahrungen sind ausschließlich gut“, berichtet Consist-Mann Lars Wilkens. Jedes Mal nach dem Firmenkontakttag schnellt die Zahl der Bewerbungen „exponentiell nach oben“.

 Viele lobende Worte fand auch Wissenschaftsministerin Kristin Alheit (SPD), die gestern neben Hauptgeschäftsführer Jörg Orlemann von der Industrie- und Handelskammer prominenteste Gratulantin zur 25. Messe war. Sie sprach von einer „ganz tollen Win-Win-Situation“ durch diese traditionsreiche Kooperation zwischen Hochschule, Wirtschaft und Studierenden.

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