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Kinderkleiderkiste ist längst nicht mehr klein

35. Geburtstag Kinderkleiderkiste ist längst nicht mehr klein

Angefangen hat alles mit ein paar Strampelanzügen im Büroschrank. Die sammelte Birgitta Brust vom Sozialdienst katholischer Frauen Kiel (SkF) 1978/79, um bedürftigen Frauen der Schwangerenberatung auszuhelfen. In diesen Tagen wird die Kinderkleiderkiste – eine der ältesten Ausgabestellen in Kiel – 35 Jahre alt.

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Christa Küttner (links) und Inge Leps kümmern sich mit einem elfköpfigen, ehrenamtlichen Team um die Kinderkleiderkiste des SkF.

Quelle: Jennifer Ruske

Kiel. Die kleine Kleidersammlung neben den Aktenordner nahm jedoch bald so umfangreiche Züge an, dass der SkF 1981 im Keller des St. Answerushauses eine Kleiderkammer eröffnete. „Aus einem Kellerraum sind inzwischen fünf geworden“, erzählen Inge Leps und Christa Küttner, die am Dienstag und am Donnerstag für die Ausgabe der Baby- und Kinderkleidung ehrenamtlich verantwortlich sind. Ihnen zur Seite stehen weitere elf Damen, die ebenfalls ehrenamtlich saubere und gut erhaltene Kleiderspenden für Kinder ab Größe 44 (Frühchen) sowie Kleidung für Schwangere entgegennehmen, sie in die Regale stapeln und zusammen mit Kinderwagen, Kinderbetten, Spielzeug, Büchern und mehr an die Familien ausgeben. Schwangeren Frauen und Familien mit Kindern können sich hier für einen kleinen Obolus von zwei Euro eindecken – heute, wie vor 35 Jahren. „Wir wollen etwas Gutes und Sinnvolles in unserer Freizeit tun“, erklären die Damen, die sich in der Kinderkleiderkiste um die Familien kümmern.

Es herrscht Hochbetrieb, gerade jetzt im Frühling. Zehn Kleidungsstücke pro Kind dürfen sich die Frauen einmal im Monat beim SkF Kiel in der Kinderkleiderkiste aussuchen. Dieser Service richtet sich an die Frauen, die sich in der Muhliusstraße beraten lassen, steht aber auch allen anderen Frauen mit kleinen Kindern zur Verfügung – „in Absprache mit der Beratungsstelle, die die Bedürftigkeit prüft und eine Stempelkarte ausgibt, auf der wir jeden Besuch in der Kinderkleiderkiste vermerken“, erklärt Christa Küttner.

Spendenzahl nimmt leicht ab

„Die meisten Frauen sind unglaublich dankbar, dass sie hier Unterstützung und eine Erstlingsausstattung bekommen“, weiß Inge Leps (79). Denn viele seien sehr hilflos, wenn das erste Kind kommt, das Geld aber nicht für Kinderbetten und Kleidung reicht. „Die Sachen sind oftmals teuer, die Kinder schnell herausgewachsen.“ Da kommt den Frauen das Angebot der Kinderkleiderkiste gerade recht. 664 Familien mit 1598 Kindern konnte das ehrenamtliche Team des SkF Kiel im Jahr 2015 helfen, insgesamt sind 15118 Teile ausgegeben worden. „Die Tendenz 2016 ist aufgrund der Vielzahl an Zuwanderern steigend“, wissen die Leiterinnen. Doch dieser gestiegenen Nachfrage könne der SkF seit einiger Zeit nicht mehr ganz so einfach nachkommen. „Grund ist der Rückgang an Kleiderspenden“, sagt Christa Küttner. „Die Menschen spenden dieser Tage eher für die Flüchtlinge“, erklärt die 74-Jährige – ohne Kritik in der Stimme.

Häufig würden schwangere Frauen und Familien mit Kindern aus den Unterkünften in die Beratungsstelle des SkF und in die dortige Kinderkleiderkiste geschickt, um sich mit Baby- und Kindersachen einzudecken. „Wir hoffen daher sehr, dass uns die Kleiderspender nicht vergessen“, sagen Inge Leps und Christa Küttner, die mit ihrer Bitte um Spenden die Kinderkleiderkiste nicht nur rund um den 35. Geburtstag der Ausgabestelle, sondern auch die nächsten Jahre erhalten möchten. Gesucht werden besonders Erstlingsausstattungen und Babykleidung bis Größe 68, Kinderkleidung für Kinder bis acht Jahre sowie Bekleidung für Schwangere. Wichtig ist, dass die Kleidung unbeschädigt und gewaschen ist.

Kinderkleiderkiste, Muhliusstraße 67, Tel. 0431/554766. Geöffnet dienstags 10-12 Uhr, donnerstags 16-18 Uhr.

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