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Lernen in der virtuellen Bücherei

376 interaktive Online-Kurse Lernen in der virtuellen Bücherei

Überall und jederzeit zu lernen, das will die Büchereizentrale Schleswig-Holstein jetzt möglich machen. Möchte man zum Beispiel abends von zu Hause aus Italienisch, Klavier oder Tischfußball lernen, so ist man ab sofort bei 100 öffentlichen Bibliotheken im Land an der richtigen Adresse.

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Kulturministerin Anke Spoorendonk gab am Montag den Startschuss für das E-Learning-Angebot der Büchereizentrale Schleswig-Holstein.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Seit Montag haben sie 376 interaktive Online-Kurse im Angebot. „Wir geben heute den Startschuss für eine neue Entwicklung“, sagte Kulturministerin Anke Spoorendonk am Montag bei der Vorstellung der neuen Lernplattform in der Kieler Stadtbücherei. Ihr Ministerium fördert das Projekt mit insgesamt 46 000 Euro.

Mehr als zwei Millionen digitale Entleihungen

Das neue Angebot richtet sich an alle Kunden der Bibliotheken, die im Verbund „Onleihe zwischen den Meeren“ organisiert sind. Und zwar zunächst für ein Jahr. Darüber hinaus versuchen die Büchereien, „bei entsprechender Nachfrage“ das Angebot fortzuführen und die Lizenzen zu verlängern, erklärte Dr. Andreas Teichert von der Stadtbücherei Kiel. Ziel sei es, die Büchereien auch in der virtuellen Welt zum idealen Lernort für alle zu machen. Die neue E-Learning-Plattform füge sich in eine Reihe von digitalen Angeboten ein. So bieten die Büchereien unter ihrem Online-Portal www.onleihe.de/sh bereits seit 2011 E-Books, E-Audios, E-Videos und E-Papers an. Mehr als zwei Millionen digitale Entleihungen verzeichnete die Online-Bibliothek seither. Ab sofort sind dort auch die E-Learning-Kurse unter anderem der Anbieter Lecturio und LinguaTV ohne Leihfristen abrufbar.

„Wenn Sie sich überwunden haben, keine Ausreden mehr geltend machen und der Schweinehund nicht mehr im Wege steht, dann können Sie sich jetzt an den Rechner setzen – sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag – und endlich mal lernen, was sie schon immer vorgehabt haben“, so die Aufforderung von Heinz-Jürgen Lorenzen. Als Beispiel, an welchen Orten Schleswig-Holsteiner künftig ihr Wissen und ihre Fähigkeiten erweitern können, nennt der Direktor der Büchereizentrale Schleswig-Holstein „eine Klippe irgendwo im Meeresgetöse“. Das gehe allerdings nur, sofern das Internet zur Verfügung steht, räumte er ein. Doch hier kann Ministerin Spoorendonk vermelden: „Im Vergleich zu den anderen Flächenländern ist Schleswig-Holstein gut aufgestellt: Drei Viertel der Haushalte haben schnelles Internet, und damit stehen wir, was den Versorgungsgrad angeht, an zweitbester Stelle.“

Kosten von insgesamt 46 000 Euro

Hinzu kommen Trainingspakete in fünf Sprachen: in Englisch, Spanisch, Italienisch, Französisch und auch in Deutsch. Lorenzen betonte, dass „die öffentlichen Bibliotheken in Schleswig-Holstein einen weiteren Beitrag zur gleichberechtigten Teilhabe der Bevölkerung an Bildung und Kultur leisten“, und er freute sich, künftig „intensiver mit den Volkshochschulen zusammenarbeiten zu können.“ Mit im Angebot sei nämlich „Ich will Deutsch lernen“, ein Kursus des Landesverbandes der Volkshochschule für Flüchtlinge und Migranten: „Wobei klar sein muss, dass das kein Ersatz für pädagogisch angeleitete Kurse ist, sondern ein erster Einstieg in die Sprache.“

Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Einführung des E-Learning-Angebots auf 61300 Euro. Das Ministerium unterstützt das Vorhaben im Rahmen der Förderung von Innovationen in Öffentlichen Bibliotheken mit insgesamt 46 000 Euro. Die übrigen Mittel werden von den beteiligten Büchereien und dem Büchereiverein Schleswig-Holstein aufgebracht.

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