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In zwölf Schritten aus der Sucht

50 Jahre Anonyme Alkoholiker In zwölf Schritten aus der Sucht

Seit 50 Jahren teilen sie Erfahrung, Kraft und Hoffnung: Die Kieler Gruppe der Anonymen Alkoholiker (AA) feiert am Sonnabend , 24. Oktober, ihr rundes Jubiläum. Von 14 bis 17 Uhr lädt die Selbsthilfegruppe Interessierte zur Infoveranstaltung „50 Jahre Anonyme Alkoholiker in Kiel: Es gibt eine Lösung“ ins Gemeindehaus der Hasseer Michaelis-Kirchengemeinde, Wulfsbrook 29, ein.

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Schritt für Schritt lässt sich die Krankheit Alkoholismus besiegen. Betroffene können bei den AA von ihren Problemen erzählen, ohne Kritik oder Kommentare zu ernten.

Quelle: Jennifer Ruske

Kiel. Neun Stunden in der Ausnüchterungszelle der Polizei: Dieses Erlebnis, eingesperrt zu sein, nachdem er im Alkoholrausch einen Unfall verursachte, und die dringende Mahnung seiner Frau („jetzt musst Du etwas tun“) brachten für Rainer vor 23 Jahren die Wendung. „Ich bin zum Arzt gegangen, habe eine Therapie begonnen und bin direkt zu den Anonymen Alkoholikern, um mir beim Trockenwerden Hilfe zu holen“, sagt der Kieler, der wie alle in den elf Kieler AA-Gruppen – „wie der Name ‚anonym‘ schon sagt“ – nur mit Vornamen angesprochen wird.

 Vor 50 Jahren hatten einige Kieler ihre Probleme mit übermäßigem und krankhaftem Trinken erkannt und sich zur ersten AA-Selbsthilfegruppe in Kiel zusammengetan. „Die Idee stammt aus den USA, dort gibt es die Selbsthilfeorganisation zur Bekämpfung von Alkoholismus seit 1935“, weiß Eduard, der ebenfalls zu den Betroffenen zählt. „Dort ist auch das Programm der zwölf Schritte entstanden, mit dem wir arbeiten“, erklärt der Kieler, der seit 1979 gegen die Krankheit Alkoholismus kämpft. Der erste Schritt ist das Eingeständnis der eigenen Sucht. Er heißt: „Wir gaben zu, dass wir dem Alkohol gegenüber machtlos sind – und unser Leben nicht mehr meistern konnten.“

 „Die Gruppe und die regelmäßigen Meetings helfen mir, weil wir hier – anonym – von unseren Problemen erzählen können, ohne Ratschläge, Kritik oder Kommentare zu ernten“, sagt Eduard. „Und weil wir hier Erfahrung, Kraft und Hoffnung teilen, um einerseits selbst trocken zu bleiben und um andererseits anderen zu helfen, selbst trocken zu werden.“ Die Treffen dauern 1,5 bis zwei Stunden, sind kostenfrei und können ohne Anmeldung besucht werden. „Einzige Voraussetzung für die Zugehörigkeit zu den AA ist der Wunsch, mit dem Trinken aufhören zu wollen“, sagt Rainer. „Wer das möchte, dem helfen wir.“ Wie, das erfahren Interessierte am Sonnabend, 24. Oktober, während der öffentlichen Informationsveranstaltung im Gemeindehaus der Hasseer Michaelis-Gemeinde, Wulfsbrook 29. Von 14 bis 17 Uhr schildern Mitglieder der Gruppe der Anonymen Alkoholiker, der Gruppe der Angehörigen und Freunde von Alkoholikern (Al-Anon) und der Gruppe der erwachsenen Kinder aus alkoholkranken Familien (EKA) ihren Weg aus der Sucht. Zudem berichtet Dr. Heiner Kausch, Facharzt für Suchtmedizin und ehemaliger Leiter der Fachklinik Elmschenhagen, über seine Erfahrung mit Suchtkranken und deren Genesung. Die Türen sind ab 13.30 Uhr geöffnet.

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