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Quer durch Kuba auf dem Rad

620 Kilometer in drei Wochen Quer durch Kuba auf dem Rad

Für den gebürtigen Kieler Lutz Grimm kommt Pauschalurlaub nicht in Frage. In diesem Februar fuhr er in drei Wochen über 620 Kilometer von Havanna nach Santiago de Cuba – und das auf nur zwei Rädern.

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Fernab des Massen-Tourismus: Mit dem Fahrrad hat der gebürtige Kieler Lutz Grimm das sozialistische Land Kuba erkundet und seine Eindrücke in analogen Fotografien festgehalten.

Quelle: Lutz Grimm

Kiel. Vor mehr als zehn Jahren machte der pensionierte Architekt mit der Radsportgemeinschaft Kiel seine erste Auslands-Fahrradtour von St. Petersburg nach Moskau. Seitdem hat er auf Reisen durch Russland, Italien, China und Usbekistan Tausende Kilometer abgeradelt. „Man sieht vor allem Dinge fernab der Touristenströme“, erklärt Grimm den Reiz seiner Art zu reisen. Zum Beispiel Niquero, eine Kleinstadt im Südwesten Kubas. Die Wärterin des örtlichen Museums musste Grimm bei seinem Besuch erst einmal wecken. Das Gebäude selbst war in einem desolaten Zustand. „Die Wärterin zeigte mir die Löcher in der Decke mit Blick in den Himmel. Das war alles, was sehenswert war“, sagt Grimm.

 Tagsüber fuhren er und seine Mitreisenden auf geliehenen Fahrrädern durch die Hitze. Abends kamen sie in Privatunterkünften unter. Hier gab es so manche kuriose Begegnung: „Eins der Zimmer hatte keine Fenster und nur spärliche Einrichtung“, erinnert sich Grimm. „Und dann wurde ich morgens von einem laut grunzenden Schwein geweckt.“ Tierisches gab es auch in einem Hotel bei Santiago de Cuba am Ende der Reise: Weil die Unterkunft direkt neben einem Zoo lag, hörten die Radler nachts die Löwen brüllen.

 Fahrradfahren ist für Grimm Reisen auf Augenhöhe. „Ich möchte mich mit den Einheimischen austauschen.“ Um zu zeigen, wo er herkomme, bringe er deshalb immer Andenken aus Kiel mit. „Und dafür bekomme ich dann häufig Geschenke, die sehr viel persönlicher sind als gekaufte Souvenirs“, erzählt er. Seine Eindrücke hält der über 70-Jährige auch mit einer analogen Kamera fest. Mit dieser fotografiere er viel bewusster als mit einer Digitalkamera.

 Seine Momentaufnahmen zeigt Grimm als Dias bei Vorträgen. „Es ist toll, die Leute so mit auf die Reise zu nehmen. Und ich führe mir die Erlebnisse selbst noch einmal vor Augen.“ Am Donnerstag, 8. Oktober, berichtet er beim Institut für Spanische Sprache und Kultur in der Kieler Hardenbergstraße von seinen Eindrücken aus Kuba. Um 19 Uhr beginnt der öffentliche Vortrag. Der Eintritt kostet zwei Euro, für Mitglieder Deutsch-Ibero-Amerikanischen Gesellschaft ist er frei.

 Was sein nächstes Reiseziel ist, weiß Grimm noch nicht. „Namibia oder Ecuador würden mich reizen.“ Es wird wohl nicht lange dauern, bis er sich erneut in den Sattel schwingt.

Von Linda Kiowski

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