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Eine Uni, viele Nationen

69. Internationaler Sommerkurs Eine Uni, viele Nationen

Der Internationale Sommerkurs fand dieses Jahr zum 69. Mal statt. Mit der Verabschiedung der Teilnehmer geht er am heutigen Donnerstag zu Ende. Insgesamt 80 Studierende aus 24 verschiedenen Ländern haben auch diesen Sommer wieder vier Wochen in Kiel verbracht.

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Vormittags Sprachkurse, nachmittags landeskundliche Veranstaltungen: Teilnehmer des Sommerkursus besuchten auch die Kunsthalle zu Kiel, wo sie die Ausstellung „Gebrochen Deutsch“ anschauten, die sich mit der deutschen kollektiven Identität auseinandersetzt.

Quelle: Michael Kaniecki

Kiel. Kiel. Man versteht Maren Welschs Erklärungen kaum bei dieser Museumsführung, so laut quäkt die deutsche Nationalhymne aus Lautsprechern im Nebenraum. Die jungen internationalen Studierenden, die sich um die Mitarbeiterin der Kunsthalle Kiel versammelt haben, bekommen also die volle Dröhnung deutscher Kultur ab. Bei den Gesängen handelt es sich aber nicht um die klassische Nationalhymne, sondern vielmehr um eine Interpretation des nigerianischen Künstlers Emeka Ogboh. Er hat den Text von afrikanischen Geflüchteten in ihren Heimatsprachen singen lassen. Das ist Deutschland 2016. Und das lernen die Teilnehmer des diesjährigen Sommerkurses der Kieler Universität kennen – ganz passend zum Titel des Lehrgangs: „Deutschland heute – Sprache, Gesellschaft, Kultur“.

 Etwa die Hälfte der Teilnehmer studiert Germanistik oder arbeitet als Deutschlehrer, die anderen kommen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen: Jura, Archäologie, Organische Chemie. Sogar eine Mathematikerin ist mit dabei. Sie alle hat dasselbe Ziel hierher gelockt: Deutschland besser kennenzulernen. Das will der Sommerkurs durch drei verschiedene Teile ermöglichen – in Sprachkursen, wissenschaftlichen Vorträgen und landeskundlichen Exkursionen. „Die Tage sind in der Regel so organisiert, dass vormittags die Sprachkurse und nachmittags landeskundliche Veranstaltungen stattfinden“, sagt Andreas Ritter vom International Center der CAU. Er organisiert den Sommerkurs seit 25 Jahren. Und das scheint gut zu klappen. „Hier in Deutschland sind alle so gut organisiert und pünktlich“, findet der Ägypter Abdelrahman Ibrahim Hamad. Dieses Jahr standen unter anderem auf dem Programm: Tagesfahrten nach Hamburg und Lübeck, ein Besuch des Schleswig-Holstein Musik Festivals sowie Segeln auf der Kieler Förde.

 Und eben die Führung durch die Kunsthalle Kiel am Dienstag. Etwa ein Drittel der Teilnehmer hatte sich dazu angemeldet. In zwei Gruppen aufgeteilt, besichtigten die internationalen Studierenden die aktuellen Ausstellungen des Museums: „Faust fürs Auge“ zeigt Illustrationen zu Goethes Klassiker, „Gebrochen Deutsch“, zu der auch Emeka Ogbohs Klanginstallation gehört, setzt sich mit der deutschen kollektiven Identität auseinander. Eine geballte Ladung Deutschland also in diesen anderthalb Stunden Führung. Maren Welsch vom Schleswig-Holsteinischen Kunstverein, die eine Gruppe begleitet, nutzt die Kunst auch prompt zum Sprachunterricht. Ein Ausstellungsstück, ein rosafarbenes Babyjäckchen namens „Zukunft“, nimmt sie zum Anlass, Redewendungen zu erklären: „Man sagt „rosige Zukunft“, die Zukunft kann aber zum Beispiel nicht blau sein. „Blau sein“ bedeutet etwas anderes.“ Am Schluss geht es noch in die Kunstwerft, wo die Studierenden selbst tätig werden können. Was überrascht: Untereinander sprechen die internationalen Teilnehmer nicht etwa Englisch, sondern tatsächlich Deutsch. Dort hinein mischen sich dann unterschiedlichste Akzente – rollende Rs, rauchige Chs und Nasale. Eines aber scheint universell zu sein: Fast alle dokumentieren ihre Erlebnisse und neuen Freundschaften mit Selfies auf dem Smartphone.

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