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Begeisterung für England

70 Jahre Deutsch-Britisches Forum Begeisterung für England

Ein Leben ohne Englisch? Undenkbar für Lisa Homrich. Schon als junge Schülerin war sie in Großbritannien. Unzählige Reisen sollten folgen. Jetzt steht ein großes Ereignis ins Haus: Vor 70 Jahren fanden sich ein paar Kieler zusammen und gründeten die „Gesellschaft der Freunde Coventrys“.

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Royaler Charme: Kein Winkel in der Wohnung von Lisa Homrich, der nicht mit Andenken an England ausstaffiert ist.

Quelle: Frank Peter

Kiel/Molfsee. Das damalige Ziel: Die zarten Bande ins Königreich zu festigen und mit Leben zu füllen. Und das ist perfekt gelungen. Auch dank der Mitarbeit von Lisa Homrich, die kräftig bei dem später zum „Deutsch-Britischen Forum“ umbenannten Verein mitmischt. 47 Jahre ist sie Mitglied, 30 davon als Vorsitzende. Jetzt rührt sie die Werbetrommel, damit möglichst viele Bürger mitfeiern. „Die ganze Stadt soll nach Coventry riechen“, sagt sie und ihre Augen funkeln unternehmungslustig. „Wir können jede Hilfe, jedes neue Mitglied gebrauchen.“

Wann übrigens gefeiert wird, steht noch gar nicht so ganz fest. „Vermutlich irgendwann im September“, sagt Lisa Homrich und nimmt erst einmal auf ihrem großen Sofa Platz. Natürlich liegt darauf ein Kissen mit dem Motiv des Union Jacks, der britischen Flagge also. Auf dem Tisch steht ein Becher mit dem königlichem Wappen, überall liegt englischsprachige Literatur. Der Lesehunger der inzwischen 82-Jährigen („Ich fühl’ mich aber wie 60“) kennt keine Grenzen. Direkt neben dem neuen Roman der Engländerin Zadie Smith liegt die Kinder-Buchreihe „Gregs Tagebuch“. Noch immer gibt die pensionierte Oberstudienrätin Unterricht und steckt alle mit ihrer anglophilen Begeisterung an.

Doch noch einmal zurück zum bevorstehenden Jubiläum: „Der Bischof von Coventry hat sich bereits angemeldet“, erzählt Lisa Homrich froh. „In der Kieler Nikolaikirche wird es eine Session geben. Ein Theaterabend ist geplant. Und in den Kieler Ratssaal geht es auch.“ Platz hat sie für drei Gäste aus dem Königreich. „Da kann man prima Freundschaften schließen.“ So wie einst mit Janet und Tom. Einem Ehepaar aus Coventry, dass viele Jahre zu Lisa Homrich nach Molfsee kam. „Aber inzwischen sind sie leider verstorben.“ Dass die Engländer oft ein wenig reservierter sind, stört die engagierte Frau keineswegs. „Die sind halt ein bisschen anders“, sagt sie und überlegt: „Andererseits kann ich auch viel lernen. Wenn beispielsweise Besuch zum Essen kommt, ist nie was fertig. Das ist da normal. Diese Lässigkeit fehlt uns Deutschen.“

Beim Verabschieden zeigt sie noch schnell ihren „royal pavilion“, ihren königlichen Pavillon: ein großes rundes Holz-Gartenhaus voll mit englischen Andenken. „Das hab’ ich mir vor vier Jahren gegönnt“, sagt sie lachend. Ach ja, bevor es vergessen wird: So viel Englisch-Verrücktheit wurde übrigens vergangenes Jahr belohnt. Da erhielt Lisa Homrich das Bundesverdienstkreuz für ihren Einsatz für das Deutsch-Britische Forum. Mehr geht eigentlich nicht. Aber vielleicht kann das bevorstehende Jubiläum das ja noch toppen.

Kontakt zum Deutsch-Britischen Forum, Landesgruppe Schleswig-Holstein: Lisa Homrich, Barstenkamp 35, 24113 Kiel-Molfsee, Tel. 0431/650790.

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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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