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Politischer Richtungsstreit an der Tonne

90 Jahre EWSK Politischer Richtungsstreit an der Tonne

Sommer, Sonne und gute Stimmung: Mit einem Hafenfest und Regatten feierte der Ellerbek-Wellingdorfer Segelklub (EWSK) sein 90-jähriges Bestehen. Höhepunkt war das Kahnrudern, bei dem sich die Fischerfrauen, Prominente und Mannschaften befreundeter Vereine spannende Rennen lieferten.

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Besonders die Prominenten-Crew kämpfte mit harten Bandagen.

Quelle: Karin Jordt

Kiel. Besonders die Prominenten-Crew mit Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Landtagsvizepräsident Bernd Heinemann, Philipp Mühlenhardt, Geschäftsführer der Sporthafen Kiel GmbH, Ratsherr Peter Kokocinski und Daniel Pollmann, Vorsitzender des Ortsbeirats, kämpfte mit harten Bandagen gegen die Mannschaft der Vereinsvorstände. Bis zur Tonne lagen die Promis vorn, gaben dann aber die Führung im Gewusel um das Wendemanöver an die Mannschaft mit Rainer Carlsson (EWSK), Jens Meier (Lauftreffverein Kiel-Ost), Rainer Feldmann (Erster Kieler Bootshafenverein), Jürgen Pautke (Jugendkutterprojekt) und Bernd Borchers (Wassersportclub Ellerbek) ab. Der Richtungsstreit an der Tonne amüsierte auch das Publikum: „Typisch Politiker, können sich nicht einigen, ob sie nach rechts oder links wollen“, hieß es.

Beim Kahnrudern der Fischerfrauen in den historischen Trachten ging es dagegen gemütlich zu. Die „Fruunslüüd“ paddelten als Besatzungen der „Ellerbek“ und „Wöllndörp“ um die Wette bis zur Wendemarke. Dort wird – wie in jedem Jahr – mit einem launigen „Prost“ eine kleine Pause für ein flüssiges „Frühstück“ eingelegt. „Der Schnaps ist in der Schürzentasche“, verrät Ellen Suchy vom EWSK. Nach der Stärkung geht es schön suutje ins Ziel, wo beide Mannschaften zeitgleich ankommen.

Rudern ist mehr ein Paddeln

Während es bei den Damen unentschieden blieb, schenkten sich die Vereinsteams nichts. Schließlich möchte jede Crew die begehrte Schwentineglocke für ein Jahr im eigenen Vereinsheim aufhängen. Vorjahressieger SVE Comet Kiel konnte seinen Erfolg allerdings nicht wiederholen, belegte den dritten Rang und musste die Glocke wieder hergeben. Es gewann die Gastgeber-Mannschaft vom EWSK vor dem Jugendkutterprojekt. Den vierten Platz erkämpfte sich der Wassersportclub Ellerbek (WSCE), gefolgt vom Lauftreffverein Kiel-Ost. Die weiteren Plätze belegten der Wellingdorfer Turnverein (WTV), die Ellerbeker Büttgill und der Erste Kieler Bootshafenverein (1. KBV).

Hier sehen Sie Bilder von den Feierlichkeiten zu 90 Jahre Ellerbek-Wellingdorfer Segelklub (EWSK).

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Dass das Kahnrudern eigentlich ein Paddeln ist, tut dem Spaß keinen Abbruch und ist auch dem EWSK-Vorstand klar: „Bi uns heet dat Kohnrodern“, stellt Vorsitzender Carlsson klar. Und weil Tradition wichtig ist, bleibt es auch so. Der EWSK, in dem bis heute Plattdeutsch gesprochen wird, erinnert damit auch an das Leben der Ellerbeker Fischerfamilien. Denn früher waren es die Frauen, die die frisch gefangenen Fische in Booten von Ellerbek nach Kiel zum Verkauf brachten. Was damals wichtig war, um den Lebensunterhalt zu verdienen, ist heute ein Spaß für Mitwirkende und Zuschauer.

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