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Von der Wiker Post bleibt nur Bauschutt

Abrissarbeiten Von der Wiker Post bleibt nur Bauschutt

Das Gebäude der früheren Gaststätte Wiker Post wird jetzt abgerissen. Schon in der kommenden Woche soll kein Stein mehr auf dem anderen stehen. Die Abrissarbeiten rufen auch Befürchtungen hervor.

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Seit Montag wird das Gebäude der früheren Gaststätte Wiker Post abgerissen.

Quelle: eye: Karina Dreyer

Kiel. Etwas verborgen im Hof hinter der Wiker Post steht die alte Wäscherei. Über Jahrzehnte hat Volker Wirkutsch das Ende des 19. Jahrhunderts gebaute Haus mit seiner Frau renoviert. Nun bangt der 72-Jährige darum, denn es steht fast Wand an Wand mit der Kegelbahn der früheren Gaststätte Wiker Post, die jetzt abgerissen wird.

Als Student bezog Wirkutsch die zum Wohnhaus umfunktionierte Wäscherei. „Da wohnten noch der Rentner Karl und eine ältere Dame in dem Haus. Ich musste nur 120 DM Miete bezahlen, weil ich den Garten gepflegt habe“, erinnert sich der pensionierte Lehrer. Im Laufe der Jahre wurden aus den Mietern Wirkutschs schließlich die Besitzer. „Das Haus bedeutet alles für uns“, sagt er.

Bei dieser Verbundenheit lässt sich das Bangen angesichts der Abbrucharbeiten gleich nebenan verstehen. Die leerstehende Wiker Post weicht einem Neubau: Rund 60 kleine Appartements für studentisches Wohnen, zwei größere Maisonette-Wohnungen sowie eine Tiefgarage für 20 bis 26 Stellplätze werden hier entstehen. Mitte des Jahres soll mit dem Bau des Gebäudes begonnen werden, die Fertigstellung ist für Ende kommenden Jahres geplant.

„Die machen das aber wirklich gut und sind sehr vorsichtig“, hat er beobachtet. Als die Gläser im Schrank wackelten, machte der Baggerfahrer gleich etwas sanfter weiter. Sorgen bereitet Wirkutsch nur, dass die Wand der ehemaligen Kegelbahn nur vier Zentimeter entfernt von der Rückwand des Hauses ist und dass die geplante Tiefgarage das eigene Fundament im leicht sandigen Boden beschädigen könnte. „Der Neubau ist ein Eckblock, der hoch gebaut wird, sodass wir gar keinen Blick mehr auf die Holtenauer Straße haben. Und wir befürchten, dass der Komplex für uns erdrückend wirken könnte.“ Mit diesen Bedenken steht er nicht allein: Schon im Ortsbeirat beschrieben Anwohner den geplanten Neubau als Kasten und Klotz.

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