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Seit 30 Jahren Hilfe für Infizierte

Aids-Hilfe Kiel Seit 30 Jahren Hilfe für Infizierte

Die Kieler Aids-Hilfe hat ihren 30. Gründungstag gefeiert. „30 Jahre Aids-Hilfe Kiel stehen für mutiges Engagement gegen Stigmatisierung, für Information und Aufklärung und vor allem praktische Mitmenschlichkeit“, sagte Gesundheits-Staatssekretärin Anette Langner während eines Festakts im Kieler Rathaus.

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Feierten Geburtstag: Die Mitarbeiter Björn Ould (v. li.), Ute Krackow, der Vorsitzende Uli Manthey und Vize Irmgard Busch-Herrmann.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Schon bald nach dem Aufkommen der tödlichen Immunschwächekrankheit bildeten sich in den 80er-Jahren in vielen westlichen Ländern Aids-Selbsthilfegruppen. Die erste deutsche Aids-Hilfe wurde 1983 in Berlin gegründet. Drei Jahre später zog die Aids-Hilfe in Kiel nach. Das Ziel der damals von politisch aktiven schwulen Männern gegründeten Aids-Hilfe Kiel ist es, Menschen mit HIV und Aids „in einem allgemeinen Klima der Ausgrenzung“ Schutz, Information und Begleitung zu bieten. Mitte der 90er-Jahre veränderten sich die Möglichkeiten, Aids zu behandeln – durch neue „antivirale“ Medikamente. Nun stand nicht mehr das Sterben, sondern das Weiterleben mit der Infektion im Vordergrund.

 Seit Beginn dieses Jahrhunderts zogen vermehrt Infizierte aus Osteuropa nach Deutschland. Auch Aids-Hilfe Kiel wurde damit konfrontiert. „Die Kieler Aids-Hilfe passte sich in den vergangenen 30 Jahren immer den aktuellen Begebenheiten in Schleswig-Holstein an“, berichtet Uli Manthey, Vorstandsvorsitzender der Aids-Hilfe Kiel.

 In diesem Jahr unterstützt und berät die Aids-Hilfe Kiel verstärkt Asylbewerber, die von der Immunschwäche-Krankheit betroffen sind. „Der rote Faden, der sich durch alle Jahrzehnte seit dem Aufkommen von HIV und Aids zieht, ist die Ausgrenzung Betroffener in nahezu allen Lebensbereichen“, sagt Manthey. Hier leiste die Aids-Hilfe Kiel von Anfang an Aufbauarbeit und biete Hilfe für die Betroffenen und ihre Angehörigen an.

 Das Ziel der Aids-Hilfe Kiel damals wie heute ist der unterstützende und diskriminierungsfreie Zugang zum gesundheitlichen und sozialen Versorgungssystem aller betroffenen Menschen mit HIV. „Ein großer Teil der täglichen Arbeit der Aidshilfe nimmt die Prävention ein.“

 Seit 1986 verhindert die Aids-Hilfe Kiel Neuinfektionen durch gezielte Aktionen: Dazu gehören Unterrichtseinheiten, interaktive Seminare und Fortbildungen in den unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen, unter anderem in der Schule und am Arbeitsplatz. Neben Hauptamtlichen engagieren sich weiterhin zahlreiche Ehrenamtliche.

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Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

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