16 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Von Sexting und Loverboys

Albtraum Internet Von Sexting und Loverboys

Wenn das Internet zum Albtraum wird: Es geht um „Sexting" und „Loverboys", um pädophile 70-Jährige, die sich im Netz als Student mit Waschbrettbrauch ausgeben, um Erpressung mit erotischen Fotos. Immer mehr junge Mädchen werden in den sozialen Netzwerken Opfer sexueller Straftaten.

Voriger Artikel
Geheimnis des Lutherschatzes gelüftet
Nächster Artikel
Kunst aus dem Zigarettenautomaten

Was einmal im Netz steht, lässt sich nur schwer wieder einfangen: Viele Jugendliche laden ohne große Bedenken freizügige Fotos von sich auf Onlineportalen hoch.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Die Kieler Kriminalpolizei schlägt jetzt Alarm. „Vielen Jugendlichen scheint das natürliche Misstrauen zu fehlen“, sagt Kripochef Thorsten Steffens (54). Und: „Den potenziellen Tätern wird es viel zu leicht gemacht.“ Er und seine Kollegen stellen fest, dass die Delikte im Netz deutlich zunehmen. Mit dazu trägt „Sexting“ bei. Das Wort setzt sich aus den Worten „Sex“ und „Texting“ zusammen und beschreibt das Versenden erotischer Fotos oder Videos von sich selbst.

Erotische Fotos und Videos im Netz

Die Kripo warnt: Schnell brechen Freundschaften auseinander, und der ehemalige Freund wird zum Feind. Auch können die Fotos immer in die falschen Hände geraten. Oft käme durch solche Fotos ein furchtbarer Kreislauf in Gange. „Wir haben immer wieder Fälle, bei denen mit Nacktbildern noch weitere Fotos erpresst werden“, so Cornelia Riedel (39), Sachbearbeiterin des Dezernats K11, das für Sexualdelikte zuständig ist.  „Oder es wird gleich ein Video von sexuellen Handlungen gefordert.“ Darauf lassen sich die jungen Mädchen erstaunlich oft ein, so die Kripobeamtin. Den Mädchen werde beispielsweise gedroht, dass die erotischen Bilder an Freunde oder Familienangehörige geschickt werden oder diese möglicherweise sogar als kinder-/jugendpornografisches Material genutzt werden. Schon funktioniere die Erpressung. 

Pädophile sind aktiv im Internet unterwegs

Auch Pädophile würden das weltweite Netz sehr aktiv nutzen, warnt Riedel. Eine Loverboy-Problematik, bei der junge Männer Mädchen abhängig machen, um sie dann zur Prostitution zu zwingen, ist der Kieler Polizei bisher nicht bekannt. Der Kieler Frauennotruf allerdings berichtet von Betroffenen, die sich gemeldet hätten. Auch hier sei der erste Kontakt häufig übers Internet entstanden. 

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3