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Neuer Kommandeur im Tirpitzhafen

Alexander Koch Neuer Kommandeur im Tirpitzhafen

Der Marinestützpunkt Kiel ist wieder im Aufschwung. Der traditionsreiche Hafen ist an vielen Stellen eine große Baustelle. Am Mittwoch übergab der 53-jährige Offizier das Kommando über den Marinehafen in der Wik an seinen Nachfolger, Fregattenkapitän Alexander Koch.

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Neuer Chef im Stützpunktchef. Michael Eichhorn (rechts) übergab an Alexander Koch, der nun für die Modernisierung des Standortes verantwortlich ist.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Mehr als 300 Millionen Euro will die Bundeswehr in die Modernisierung und den Ausbau des Kieler Stützpunktes investieren. Angeschoben wurden viele dieser Projekte in der Amtszeit von Fregattenkapitän Michael Eichhorn als Stützpunktkommandeur.

„Die Marine investiert viel in diesen Stützpunkt“, sagte Flottillenadmiral Jan C. Kaack bei dem Kommandowechsel. Kaack ist Kommandeur der Einsatzflottille 1 in Kiel, zu der seit 2006 der Stützpunkt gehört. Die Minensuchgeschwader, Versorger und Tender sowie die „Gorch Fock“ sind Nutzer des Stützpunktes. Der Admiral lobte dabei die Arbeit der Kieler Stützpunktmannschaft. „Es ist wie in einem guten Hotel, wo der Gast auch nicht merkt, dass der Betrieb läuft“, lobte Kaack. Den Betrieb stellen 160 Soldaten und 100 zivile Mitarbeiter sicher. Schlepperbesatzungen, Festmacher, Elektriker und Stabspersonal sind dort beschäftigt. Und sie spüren deutlich die Ausweitung der Aufgaben. „600 Schiffsbewegungen im Hafen und 10000 Personenbeförderungen sind eine eindrucksvolle Bilanz pro Jahr“, sagte Eichhorn. Hinzu kamen 500 Schiffsbetankungen mit 75000 Kubikmeter Kraftstoff. Aber auch die Versorgung der Truppen im Ausland läuft über Kiel. 2015 wurden 4000 Tonnen Material mit 31000 Packstücke umgeschlagen.

Versorgung der "Baden-Württemberg"

Jedes Wochenende ist derzeit das modernste Schiff der Marine in Kiel. Die Fregatte „Baden-Württemberg“ legt dann im Tirpitzhafen an. In Kiel wird sie mit Proviant versorgt, hier wird auch das Personal ausgewechselt. Und das soll auch in Zukunft so bleiben. Der Neubau einer Feuerwache, eines Mehrzweckgebäudes mit Küche sowie der Sanierung von Kaianlagen starten im Frühjahr. Dafür sollen allein rund 100 Millionen Euro verbaut werden. Damit wird allmählich ein Modernisierungsstau aufgelöst, der sich seit Jahrzehnten angesammelt hat und der im Alltag für Probleme sorgt. Unter anderem ist das Wasser an den Liegeplätzen derzeit zum Teil nicht tief genug.

Gleichzeitig hat der Tirpitzhafen auch als Stützpunkt für die Polizei große Bedeutung, weshalb auch Innenminister Stefan Studt zur Verabschiedung kam. Spezialeinheiten der Landes- und Bundespolizei, wie die GSG9, üben dort regelmäßig. In dieser Woche trainieren beispielsweise deutsche und französische Polizisten den Einsatz gegen Demonstranten, die sich an hohen Gebäuden und Bäumen festketten. Ort dieser Polizeiübung ist das Militärgelände zwischen Kiellinie und Scheerhafen, das nicht einsehbar ist.

Koch löst Eichhorn ab

Fregattenkapitän Michael Eichhorn (53) beendete eine zehnjährige Dienstzeit als Kommandeur in Kiel. Angefangen hatte er 2006 als Kommandeur der Technischen Gruppe des Marinefliegergeschwaders. 2013 räumte er als letzter Soldat den traditionsreichen Stützpunkt. In der Wik übernahm er das Kommando – und wechselte damit vom Thema Abwicklung auf das Thema Aufbau.

Diese Aufgabe soll Fregattenkapitän Alexander Koch fortsetzen. Er kam 1994 als Wehrpflichtiger zur Bundeswehr und schlug danach die Offizierslaufbahn ein. Von 1999 bis 2012 gehörte er zum U-Bootgeschwader in Eckernförde. Von 2007 bis 2009 war er Kommandant des U-Bootes „U34“. Dem gebürtigen Rheinländer eilt der Ruf voraus, dass er trotz der Ernsthaftigkeit der Aufgaben besonders zur Karnevalszeit einen trockenen Humor pflegt. „Das heißt aber noch nicht, dass es hier im nächsten Jahr einen Rosenmontagszug im Stützpunkt geben wird. Das geht schon aus organisatorischen Gründen nicht, da ich vom Oktober bis März noch einen Auslandseinsatz als Kontingentführer vor dem Libanon habe“, sagte er den angetretenen Soldaten. Für das Jahr 2018 wollte er die Idee aber nicht ausschließen.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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