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Gegen die Langeweile der Flüchtlinge in Kiel

„Allianz für Aus- und Weiterbildung“ Gegen die Langeweile der Flüchtlinge in Kiel

Die erste Hilfe für Flüchtlinge funktioniert in Kiel extrem engagiert und reibungslos. Aber dann? Mit der „Allianz für Aus- und Weiterbildung – Gemeinsam für Perspektive von Schutzsuchenden“ will nun ein breites Bündnis in  Kiel auch Flüchtlingen ohne Aufenthaltsstatus eine bessere Zukunft ermöglichen.

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„Schutzsuchende sollten, nachdem sie hier bei uns ,in Ruhe’ angekommen sind, schnellstmöglich in Schulausbildung, Ausbildung und Beschäftigung kommen“, heißt es in einer Erklärung.

Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa

Kiel. Klar ist: Ohne gezielte Angebote wie Sprachkurse oder Firmenpraktika droht Langeweile – und damit gefährlicher Frust. „Wir müssen neue Wege in der Integration beschreiten, sonst geht uns die gesellschaftliche Akzeptanz humaner Verpflichtungen verloren“, warnt Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD).

Schnellstmögliche Schulausbildung

„Schutzsuchende sollten, nachdem sie hier bei uns ,in Ruhe’ angekommen sind, schnellstmöglich in Schulausbildung, Ausbildung und Beschäftigung kommen“, heißt es in einer Erklärung, die am Mittwoch von allen Akteuren unterzeichnet wurde, die bei der berufliche Integration von Flüchtlingen etwas bewegen können – von der Stadt über Gewerkschaften, Industrie- und Handelskammer, Unternehmensverband Kiel, Arbeitsagentur, Jobcenter und Berufsschulzentrum bis hin zu Flüchtlingsrat, Fachhochschule und Kieler Wirtschaftsförderung.

Vor allem Sprachförderung notwendig

„Wir sind bei der Integration lange auf Sicht gefahren, jetzt ist dringend konzeptionelles Arbeiten gefragt“, sagt Kämpfer. Konkrete Maßnahmen kann die neue Allianz zwar nicht aus dem Hut zaubern, wohl aber Informationsdefizite abbauen und damit Reibungsverluste verringern. „Die meisten unserer 340 Mitglieder wollen helfen, wissen jedoch oftmals nicht, was geht und was nicht geht“, sagt Ingo Scheuse, Hauptgeschäftsführer des Unternehmensverbandes Kiel: „Die bürokratischen Hürden sind hoch, und das schafft Verunsicherung. Damit Betriebe bei der Integration helfen können, müsse es vor allem ein durchgängiges Konzept zur Sprachförderung geben, betont Hans Joachim Beckers, der als Hauptverantwortlicher für den Bereich für Aus- und Weiterbildung auch Flüchtlingsbeauftrager der IHK Kiel ist: „Ohne sprachliche Verständigung geht gar nichts.“

"Willkommenslotse" als Einstiegshilfe

„Die Menschen, die zu uns kommen, sind unterschiedlich qualifiziert, aber die Motivation zur Arbeit ist insgesamt sehr groß“, sagt Martin Link vom Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein. Damit die Unternehmen wissen, wer da eigentlich gekommen ist, was er kann, was er darf und wie man überhaupt zusammenkommt, will das Bündnis den Betrieben unter anderem „Willkommenslotsen“ an die Seite stellen. Bis zu einem Treffen im Februar will die Allianz möglichst viele Praxisbeispiele zur beruflichen Integration sammeln und auswerten. Frank Hornschu, Geschäftsführer des DGB Kiel Region: „Gute Bildung und gute Arbeit muss es für alle Menschen geben, die hier leben.“

Ein Beispiel, wie schwierig der schulische und Berufszugang für Flüchtlinge in Schleswig-Holstein ist:

“Ran an die Arbeit”: ein Beitrag von KN-online

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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