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Nächste Feier steht schon vor der Tür

Alt-Mettenhof Nächste Feier steht schon vor der Tür

50 Jahre Mettenhof: In diesem Jahr wird Jubiläum gefeiert. Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass der Grundstein für die Wohnsiedlung mit Hoch- und Mehrfamilienhäusern gelegt wurde, die die Menschen heute mit Mettenhof verknüpfen. Dabei ist der Stadtteil deutlich älter als 50 Jahre: In zwei Jahren kann bereits das 80-jährige Jubiläum gefeiert werden.

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Seit 1954 betrieben Herbert Krink und Ehefrau Erna die Gaststätte im Königsförder Weg. Am 28. April 1954 fand die Eröffnung statt - mit einem Tanz in den Mai.

Quelle: Jennifer Ruske

Mettenhof. „Wir feiern in diesem Jahr die Entstehung von Neu-Mettenhof“, sagt Ur-Mettenhofer Helmut Krink. „Das ist ein besonderes Datum, denn mit der Grundsteinlegung für die Trabantensiedlung hat sich das kleine Alt-Mettenhof mit seinen wenigen Einwohner zum bevölkerungsreichsten Stadtteil Kiels gemausert.“ Doch das alte Mettenhof sollte man im Zuge der Feierlichkeiten nicht vergessen, findet der Gastwirt. Die Siedlung Alt-Mettenhof entstand 1937, als Ernst Behr, Besitzer von Gut Quarnbek, rund 20 Hektar Land an die Stadt Kiel verkaufte. „Eigentlich steht daher das 80-jährige Jubiläum Mettenhofs vor der Tür“, sagt der 61-Jährige, der mit seinen zwei Brüdern in der Siedlung, die die Straßen Mettenhofer Weg, Emkendorfer Weg, Königsförder Weg und dem heute nicht mehr vorhandenen Brandsbeker Weg umfasst, aufwuchs. Seit 1949 wohnten seine Eltern in Mettenhof, 1954 haben sie das Gasthaus „Zur guten Quelle“ übernommen.

Seit 1982 führt der geschichtsbegeisterte Krink die Gaststätte – und hat in der Zeit so manche Erinnerung erzählt bekommen und aufgeschrieben. Angefangen von der Zeit der Entstehung Alt-Mettenhofs: Von 1937 bis 1939 wurden in den vier Straßen 78 schlichte, eingeschossige Siedlungshäuser (auf 1200 bis 2000 Quadratmeter großen Grundstücken) in Eigenleistung gebaut. Überwiegend wohnten dort Angehörige des Kieler Werks der „Land- und See-Leichtbau GmbH“ (dort wurden ab 1943 Leitwerke für Flugzeuge wie die HE111 herstellte). 18 Grundstücke waren für verheiratete Eigensiedler vorgesehen. Kurios war, dass die Stadt Kiel das Land besaß und es verpachtete, gemeinderechtlich die Siedler aber zu Melsdorf gehörten – so steht es in der Chronik der Siedlergemeinschaft Mettenhof. Erst 1963 erfolgte die Eingemeindung des Ortsteils nach Kiel.

Von der Bautätigkeit und den Schwierigkeiten mit der Entwässerung der Grundstücke weiß Krink zu berichten, vom Ausbau der Straßen, die jedoch durch den Krieg gestoppt wurden. „Der Brandsbeker Weg blieb ein Provisorium bis zur Eingemeindung. Dann wurde stattdessen der Hasseldieksdammer Weg verlängert.“ Erinnerungen aus den Kriegsjahren hat Krink ebenfalls viele gehört. „Auf den Bombentrichtern im Wald sind wir als Kinder im Winter Schlittschuh gelaufen.“

Die alten Mettenhofer erinnern sich auch an die drei Holzbaracken, die bis 1954 dort standen, wo heute das Denkmal für die im Krieg Gefallenen steht. „Eine der Baracken wurde ab 1948 unsere Schule: das Brettergymnasium. Das wurde eingerichtet, weil die Melsdorfer Schule nicht alle Kinder aufnehmen konnte“, weiß Krink. „Die Lehrer Goldberg und Spielberg unterrichteten mit strenger Hand.“

Auch an die Bauarbeiten für Neu-Mettenhof kann sich Krink gut erinnern: „Der gesamte Bauverkehr lief über die Kreisstraße Mettenhofer Weg. Einige Häuser wurden durch den Verkehr beschädigt. Aber es gab auch Positives: „Wir wurden an die Kanalisation angeschlossen.“ Geschichten solcher Art können die Ur-Mettenhofer viele erzählen und werden es sicher auch tun, wenn die 1938 gegründete Siedlergemeinschaft Mettenhof ihr 80-jähriges Jubiläum und das des Stadtteils feiert. 2018 ist dafür ein Kinder- und Familienfest geplant.

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