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Nordkirche hat bald mehr Platz

Altstadt Nordkirche hat bald mehr Platz

Der Neubau und die Sanierung des Landeskirchenamtes in der Kieler Innenstadt nehmen Gestalt an. Mit einem Richtfest feierte die Nordkirche die umfangreiche Erweiterung. Landesbischof Gerhard Ulrich sprach von einem „weiteren wichtigen Schritt des Zusammenwachsens unserer Nordkirche“.

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Das Landeskirchenamt in Kiel wird in zwei Bauabschnitten saniert, umgebaut und erweitert. Am Jensendamm soll der Neubau bis Mitte 2017 fertig werden.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Altstadt. „Alles unter einem Dach“ war 2012 die ausgegebene Losung bei der Fusion der drei Landeskirchen. Mit dem Zusammenschluss der Nordelbischen Kirche (Schleswig-Holstein und Hamburg) mit der Landeskirche Mecklenburg und Pommerschen Kirche fiel die Entscheidung, Kiel als Sitz des gemeinsamen Verwaltungsamtes auszubauen – mit Außenstellen in Schwerin und Greifswald. 6,5 Millionen Euro kalkuliert die Nordkirche für die Sanierung und Aufstockung um ein Geschoss auf dem Altbau von 1957 in der Dänischen Straße 35. Für den Erweiterungstrakt zum Jensendamm hin wurden, wie berichtet, mehr als sieben Millionen Euro veranschlagt.

Aus einem Wettbewerbsverfahren ging das Kieler Architektenbüro Detlefsen und Figge hervor. „Wir haben gewonnen, weil unser Entwurf einen grünen Hof vorsieht“, erläuterte Diplom-Ingenieur Norbert Figge das Konzept, das eine „Einheit von alt und neu“ vorsieht. Mit dem modern gestalteten Neubau, der sich im Ziegelbau an den Altbau anlehne, schließe die Behörde eine Lücke. Ein Ende der Arbeiten für die energetische Sanierung und Komplettrenovierung des Altbaus ist für März 2017 geplant, sodass die fast 60 Mitarbeiter (insgesamt 174 Beschäftigte), die derzeit in externen angemieteten Büroräumen in Kiel untergebracht sind, danach wieder mit ihren Kollegen unter einem Dach arbeiten könnten. Ende Juni 2017 soll dann auch der Neubau fertiggestellt sein.

"Ein äußeres, steingewordenes Symbol"

Zu den Gästen des Richtfestes, das sich in erster Linie an Mitarbeiter und Bauarbeiter richtete, gehörte auch Kiels Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne). „Es war ein Kraftakt, das Landeskirchenamt der jungen Nordkirche auch mit städtischer Hilfe in Kiel zu gründen. Ich freue mich, dass sich dieser Erfolg nun auch baulich in zentraler Lage der Stadt dokumentiert“, sagte er in seinem Grußwort. So gesehen sei das Bauvorhaben ein wertvoller Mosaikstein des städtebaulichen Aufbruchs in der Kieler Altstadt. Er dankte der Nordkirche, dass sie seine Bitte für die Rekonstruktion eines Ziegeldaches auf dem historischem Gebäude erhört habe. Das gemeinsame neue Haus würdigte auch Peter Unruh, Präsident des Landeskirchenamtes, als „ein äußeres, steingewordenes Symbol“ sowohl für die neue große Nordkirche, aber auch für die sich erneuernde kirchliche Verwaltung zwischen Dienstleistung, Aufsicht und Ideenpool.

Als die ersten Pläne für das Bauvorhaben im November 2014 bekannt wurden, entbrannte noch Streit auf der Synode in Travemünde über die Großinvestition. Vor allem Vertreter der ostdeutschen Kirchengemeinden kritisierten das Vorhaben als zu teuer und angesichts sinkender Mitgliederzahlen als überdimensioniert. Die Kirchenführung stellte jedoch damals klar, dass sie die Entwicklung bereits bei den Planungen berücksichtigt habe: Das Gebäude wurde demnach so konzipiert, dass der Anbau separat vermietet werden kann. Da das Landeskirchenamt in das Städtebauprojekt Alte Feuerwache in bester Altstadtlage eingebettet ist, dürfte dies „im Fall der Fälle“ kein Problem sein.

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