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Am ZOB wird richtig aufgeräumt

Abriss Am ZOB wird richtig aufgeräumt

Auf dem ehemaligen ZOB-Gelände im Herzen Kiels klafft derzeit ein großes Loch. Entgegen dem ursprünglichen Plan hat die Stadt nun die ganze Decke des ehemaligen Schutzraumes abtragen lassen, um Schutt und Geröll aus den Räumen zu holen.

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Mit der großen Hydraulikzange bricht der Baggerfahrer die inneren Wände des Tiefbunkers ab und zermalmt den Beton zu kleinen Brocken. Der andere Baggerfahrer im Hintergrund holt den Sand aus dem Bunker. Hier soll 2017 das neue Parkhaus samt ZOB stehen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. 2017 soll hier der neue ZOB samt Parkhaus stehen. Auf dem Baufeld hinter dem Hotel Atlantic will die Stadt jetzt die Fernbusse bündeln.

Der Markt boomt, immer mehr Unternehmen bieten Linien von und nach Kiel an. „Wir möchten die Fernbuslinien an der zentralen Drehscheibe am Bahnhof haben“, sagte Bürgermeister Peter Todeskino. Vergangene Woche führte die Stadt ein Gespräch mit der Zech-Gruppe, die das Hotel Atlantic betreibt und auf dem Baufeld dahinter ein weiteres Hotel errichten will. Das Unternehmen könne sich vorstellen, auf ihrem Gelände Stellflächen anzubieten und wolle nun einen neuen Plan erarbeiten, so der Bürgermeister. Über einer Tiefgarage stünden dann die Fernbusse, dort wäre auch der Eingang des Hotels. Wie hoch der Bau letztendlich wird, konnte Todeskino nicht sagen.

Unterdessen gehen die Arbeiten für das neue Parkhaus mit ZOB voran: Angedacht war zunächst, nur einen breiten Schlitz in die Bunkerdecke zu sägen. Durch diese Öffnung sollten kleine Radlader hinuntergelassen werden, die den Sand aus den Räumen ans Licht bringen sollten. Zudem sollte das Wasser in dem ehemaligen Schutzraum abgepumpt werden. „Das funktionierte aber nicht, weil wir einen großen Betonsockel entdeckt haben, der eine Stütze des alten ZOB getragen hat“, erklärte Rainer Schönwetter, Projektleiter im städtischen Tiefbauamt. Durch eine Sprengung in den Nachkriegsjahren lag zudem Geröll im Bunker, das die kleinen Maschinen nicht hätten transportieren können. Also musste die komplette Decke weg.

Das ging nach Angaben von Schönwetter aber einfacher als gedacht. Die Hydraulikzange war im Dauereinsatz und biss sich durch den 1,40 Meter dicken Stahlbeton. „Das Material war weicher, als wir gedacht hatten“, sagte der Projektleiter. Über eine Rampe fuhren die schweren Maschinen dann hinunter auf die Sohle und legten die Räume frei. Auch die Zwischenwände zerquetschte die mächtige Zange ohne größere Probleme zu kleinen Brocken. Der Aushub, also Sand und Betongeröll, lagern in riesigen Halden auf dem Gelände. Damit möchte die Stadt später den Bunker wieder zuschütten. Teile der 1,80 Meter breiten Mauern bleiben stehen.

Die Stadt musste an den Bunker ran, weil das neue Parkhaus auf 200 Pfählen gegründet wird. 48 davon müssen in der Mitte des Bunkers stehen. Dazu werden Löcher in die Sohle gebohrt und dadurch die Stützen 30 Meter in die Tiefe getrieben. „Mit der Gründung wollen wir aller Voraussicht nach im April beginnen“, erklärte Schönwetter. Diese Arbeiten sollen bis zum Sommer dauern. Dann werden die Pfähle auf einer Höhe gekappt und mit mächtigen Betonbrücken verbunden, auf denen später die Pfeiler des neuen Parkhauses stehen.

Das neue Parkdeck mit ZOB im Erdgeschoss soll Mitte 2017 fertig sein. Auf sechs Etagen gibt es dann 520 Parkplätze. Die Herzog-Friedrich-Straße wird als Grünachse über die Auguste-Viktoria-Straße bis zur Kaistraße ausgebaut. An der Ecke befindet sich dann auch der Zugang zum neuen ZOB.

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