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Stadt plant grüne Welle für Radfahrer

Ampelphasen in Kiel Stadt plant grüne Welle für Radfahrer

Die wachsende Zahl von Radverkehrsstreifen auf den Straßen haben Auswirkungen auf den Autoverkehr. Um die Sicherheit für die Radler zu gewährleisten, müssen die Ampelphasen verändert werden – und somit nicht selten verlängert. Dadurch kann es dazu kommen, dass Autofahrer an einigen Kreuzungen länger warten müssen.

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Auch die Ampelphasen an der Kreuzung Werftstraße/Ecke Elisabethstraße werden angepasst. Die Stadt hat die Benutzungspflicht des Radwegs auf der Werftstraße aufgehoben, sodass Radler auch auf der rechten Fahrbahn der zweispurigen Straße fahren können. Das wird bisher aber kaum angenommen.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. In Kiel regeln derzeit 249 Ampeln den Verkehr, damit Bewohner, Pendler und Besucher sicher durch die Stadt kommen. Wenn sich die Ansprüche von Autofahrern, Radlern und Fußgängern ändern, neue Straßen gebaut oder andere umgewidmet werden, müssen die jeweiligen Ampeln angepasst werden. Zudem entwickeln Herstellerfirmen neue Steuerungs- und Signaltechniken, mit denen alte Ampeln – sogenannte Lichtsignalanlagen – ersetzt werden.

Vergangenes Jahr hat die Stadt 21 Ampeln umgestellt oder ersetzt. Für die Optimierung und Erneuerung wurden 250000 Euro ausgegeben. Für dieses Jahr sind Arbeiten an 30 Ampeln geplant – insgesamt sind Investitionsmittel für Neu- und Umbau in Höhe von etwa 750000 Euro im Haushaltsplan eingestellt.

Mehr Sicherheit durch Schutzstreifen

Allein 20 Ampeln muss die Verwaltung bis zum Ende des Jahres umstellen, weil an den betreffenden Straßen und Kreuzungen die Radwegbenutzungspflicht aufgehoben wurde. Damit reagiert Kiel auf eine Änderung der Straßenverkehrsordnung. Demnach ist es inzwischen Pflicht, diese „Signalisierungsart des Radverkehrs zu überprüfen und bis Ende 2016 anzupassen“. Konkret bedeutet dies: Während Radler bisher die Rot- und Grünlichter für Fußgänger zu beachten hatten, sind nun kombinierte Fuß- und Radsignale gefordert.

 Die Planer berufen sich dabei auf wissenschaftliche Untersuchungen, wonach Radfahrer sicherer unterwegs sind, wenn sie sich auf Schutzstreifen direkt auf der Straße bewegen. „Radverkehr ist Fahrverkehr und Fahrverkehr gehört auf die Straße“, sagt auch Kiels Fahrradverkehrsbeauftragter Uwe Redecker. So könnten Autofahrer Radler schneller und besser sehen. Auf separaten Radwegen drohen nach Ansicht von Redecker gerade an großen Kreuzungen, Nebenstraßen und Grundstückseinfahrten immer wieder gefährliche Situationen, weil Autofahrer die Radler zu spät entdecken.

Die Stadt plant noch mehr

Folge daraus ist allerdings, dass die Ampelphasen auf Straßen mit Radstreifen für die Sicherheit der „langsameren“ Radler angepasst werden müssen. „Hier geht es um die sogenannten Zwischenzeiten, wie Einfahr-, Räum- und Sicherheitszeiten, die verändert werden müssen“, erklärt Joachim Kläschen vom städtischen Presseamt. Das bedeutet, dass an einigen Kreuzungen die jeweiligen Grünphasen verlängert werden, damit die Radler auf der Straße die Gelegenheit bekommen, sicher die andere Seite zu erreichen. Als fahrradfreundliche Stadt will Kiel ja gerade für Zweiradfahrer bessere Bedingungen schaffen und ihnen eine „grüne Welle“ ermöglichen. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass dadurch an Knotenpunkten die Leistungsfähigkeit für den Kfz-Verkehr sinkt“, räumt Kläschen ein.

Die Stadt hat aber noch mehr vor: Viele Ampeln werden mit LED-Lichtern ausgestattet, um Stromkosten zu sparen. Auch der Busverkehr soll durch neue Ampeln Vorrang bekommen. Zudem werden bestehende Anlagen mit sogenannten akustischen und taktilen Signalgebern nachgerüstet, um Menschen mit Behinderungen mehr Barrierefreiheit zu bieten.

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Günter Schellhase
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